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Aschermittwoch für Jung und Alt 

Fotos: St. Canisius

Aschenkreuz und gute Vorsätze

14. Februar 2018

Mit drei Gottesdiensten feierte die Gemeinde St. Canisius Aschermittwoch und begann so die 40-tägige Bußzeit. Die katholischen Schülerinnen und Schüler machten um 8.30 Uhr den Anfang, um 10 Uhr folgten die Senioren des Dekanats und um 19 Uhr versammelte sich die Gemeinde um "Asche auf ihr Haupt zu legen" - nur eine der vielen Redewendungen rund um diesen Brauch.

Mädchen und Jungen der katholischen Schulen haben an solchen Tagen in der Regel die ersten beiden Stunden frei, um die Gottesdienste in ihren Heimatgemeinden zu besuchen. Katholische Schüler an staatlichen Schulen können sich für die ersten zwei Stunden vom Unterricht befreien lassen, um ihre Religion auszuüben. Und tatsächlich: Der Aschermittwochs-Gottesdienst in St. Canisius war gut besucht. Zahlreiche Mädchen und Jungen der Katholischen Schule Herz Jesu, der Katholischen Liebfrauenschule, der benachbarten Lietzenseegrundschule und anderer Bildungseinrichtungen besuchten den Schülergottesdienst. Verstärkt wurde die junge Gemeinde von noch Kleineren, einer Gruppe von Kindern aus der Kita St. Canisius.

Gute Vorsätze für die Fastenzeit

Sie alle waren gekommen, um mit P. Kraemer SJ den Gottesdienst zu feiern, sich das Aschenkreuz abzuholen und gute Vorsätze für die heute beginnende Fastenzeit zu fassen. P. Kraemer hatte dazu einige Vorschläge mitgebracht, die die Kinder - und auch manche Erwachsene - in Papierform mit nach Hause nahmen, um immer wieder daran erinnert zu werden. Frau Schulze sorgte im Schülergottesdienst in bewährter Manier mit der Gitarre für die musikalische Gestaltung und den guten Ton des Gottesdienstes.

Symbolik der Asche

Das Zeichen der Asche auf dem Haupt ist ein uraltes Motiv, das Reue über Fehlverhalten ausdrücken soll. Das Aschenkreuz auf der Stirn ist kein Ruhmesblatt und kein Orden - im Gegenteil! Aber der Christ, der weiß, dass er immer (auch) Sünder ist und bleibt, darf dennoch zu diesem Zeichen stehen: Es ist keine Schande zur eigenen Schwäche zu stehen, weil ich wissen darf, dass Jesus Christus selbst hinter mir steht. Ob unsere Schüler das Zeichen an ihrer Stirn lassen oder wegwischen, wenn sie zurück im Unterricht sind?

Generationenwechsel

Kaum hatten die Jüngeren die Kirche verlassen, belebten die Älteren das Gotteshaus. P. Hösl SJ hielt die nun folgende Messe für Senioren. Die meisten waren aus St. Canisius, aber der eine oder die andere war auch aus dem Dekanat gekommen. Frau Premonti begleitete die bekannten Bußlieder auf der Orgel und steuerte am Schluss auch ein wunderbar gesungenes italienisches Marienlied bei.

Schon vorher hatten Frau Kleeberg und Frau Barancik den Gemeindesaal wunderbar dekoriert, denn gleich nach der Messe gab es Kaffee und Kuchen. Die einfache und doch schön gedeckte Tafel war gut gefüllt.

Wie aus Langeweile ein Sündenmonster entsteht

Nach einer gemütlichen Zeit für Kaffee und Kuchen folgte dann der inhaltliche Teil: Frau Barancik und P. Hösl SJ veranschaulichten am Beispiel von David?s Sünde - er spannte seinem besten Krieger Urija dessen Frau Batseba aus ? wie aus einer kleinen Langeweile ein regelrechtes Sündenmonster entstehen kann. Ähnlich wie eine Lawine nicht aus heiterem Himmel ausbricht, fällt auch die schwere Sünde nicht so einfach vom Himmel, sondern hat ihre Vorboten, die man freilich erst wahrnehmen lernen muss. Aber auch der Volksmund weiß: Müßiggang ist aller Laster Anfang ...

Abendgottesdienst

Dies war auch der Inhalt des sehr gut besuchten abendlichen Gemeindegottesdienstes um 19 Uhr. Dort trug neben P. Hösl Frater Jörg Nies SJ - einer der künftigen drei Diakone! - den Text vor, unterbrochen von kleinen musikalischen Einlagen von Andreas Winkler.

Im  Gottesdienst dabei waren auch viele Taufbewerber, die in 40 Tagen in der Osternacht das Sakrament der Taufe empfangen werden. Als Zelebranten mit am Altar waren außerdem P. Korditschke SJ und auch dessen Vorgänger P. Christoph Soyer SJ, der bei der bevorstehenden Diakonweihe am Samstag als Vertreter des Provinzials fungieren wird.
Der übliche Ablauf des Gottesdienstes wurde etwas abgeändert: So fällt am Aschermittwoch nicht nur das Gloria, sondern auch das Kyrie weg - dafür gibt es die Aschenausteilung!

"... und zum Staube zurückkehren wirst"

Bei der Ascheausteilung bekommt jeder Gläubige einen Spruch zugesagt. "Gedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst." Das soll in seiner Nüchternheit an die Endlichkeit des Menschen erinnern. Der Christ darf sich eine solche zumutende Ehrlichkeit leisten, weil er wissen darf, dass der "Staub" nicht das Ende sein wird. "Kehre um und glaub' an das Evangelium" oder andere Sätze, die zur Umkehr einladen, sind ebenfalls möglich.

Einen herzlichen Dank an alle, die bei der Vorbereitung und Durchführung der Aschengottesdienste bei Jung und Alt mitgeholfen haben!