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"Du bist ein Schatz!" 

Fotos: St. Canisius

Workshop, Infos, Gottesdienst und viel Raum für Begegnungen

16. Juni 2018

Unter dem Motto "Du bist ein Schatz!" verbrachten Menschen mit und ohne Behinderungen einen gemeinsamen Begegnungstag. Es gab Kaffee & Kuchen, Workshops, einen feierlichen Gottesdienst mit Erzbischof Heiner Koch und vor allem: Begegnungen!

Sr. Monika Ballani MMS vom Erzbischöflichen Ordinariat (Referat Seelsorge - Menschen mit Behinderungen) hatte ein ganzes Team aufgebaut, um den Begegnungstag zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Im Vorfeld gab es zahlreiche Gespräche und Ortsbegehungen, so dass der Tag selber komplikationslos durchgeführt werden konnte.

Freude und Dankbarkeit regierten
Um 14 Uhr eröffnete Sr. Monika den Begegnungstag. Neben und nach ihr traten noch die blinde Frau Mähr vom Katholischen Blindenverein ans Mikro, es gab  eine Begrüßung in Gebärdensprache, Anja Tessmer und ihre Tochter sprachen für die Gemeinde,  Prof. Ulrike Kostka für den Caritasverband Berlin und viele andere. Alle Redner wurden ermutigend beklatscht. Überhaupt fiel auf, dass alle Engagierten euphorisch und dankbar beklatscht wurden. Es herrschte eine positive Stimmung.

Nach der offiziellen Begrüßung wurde die Kaffeetafel (offiziell) eröffnet, aber man hatte schon länger Gläser und Tassen klirren hören. Die Tische auf dem Kirchplatz waren gut besetzt, lediglich die Bänke auf der Witzlebenstraße waren nur dürftig belegt.

Kreative Workshops
Gegen 14.45 Uhr wurde zur kreativen Mitarbeit in einem der zahlreichen Workshops geladen. Das Angebot bestand zum Beispiel aus Rollstuhlfußball, Gebärdensprachekurs, Kunstworkshop, gemeinsam Tanzen, Basteln und Gestalten ... Überall konnte man sehen, dass Menschen mit Behinderungen kluge Lösungen gefunden haben, wie man ohne Augen sehen oder ohne Ohren hören kann. Und auch die Paralympics beweisen, dass Behinderte genauso ambitioniert Sport machen können wie Nichtbehinderte. Vielleicht ist sogar ein bisschen mehr Spaß dabei.

In der Kirche wurde schon mal der Gottesdienst eingeübt. Musikalisch verantwortlich ist die Gruppe Rita(r)dando, deren Ehrgeiz es freilich ist möglichst viele Menschen mit Perkussionsinstrumenten einzubeziehen.

Informationsaustausch
Im zweiten Obergeschoss der Kirche standen inzwischen Prof. Ulrike Kostka und andere Experten Fragenden Rede und Antwort zu Fragen rund um das Leben mit Behinderungen.


Kaffeetrinken mit dem Erzbischof

Gegen 16.30 Uhr endeten die Workshops und der Kirchplatz füllte sich wieder. Inzwischen war auch der Erzbischof eingetroffen und ließ sich von den Verantwortlichen das eine oder andere zeigen und trank dann Kaffee mit Menschen mit und ohne Behinderung.

Gottesdienst zum Abschluss

Der Gottesdienst begann mit einem Einzug des liturgischen Personals: Behinderte und nichtbehinderte Ministranten, zwei Konzelebranten und der Erzbischof. Vorne sang und spielte Rita(r)dando, eine Band aus Reinickendorf, die für einen kräftigen Sound sorgen sollten. Aber es gab auch viele behinderte Menschen, die mit einem Gong oder einer Rassel den Gottesdienst, der viele Sinne ansprach, begleiteten.

Der Gottesdienst wurde simultan in Gebärdensprache übersetzt - es ist faszinierend dabei zuzusehen! Als Lesung gab es eine Geschichte von einer Schatzsuche, die eine Gruppe behinderter Menschen mit Klängen begleiteten.

In seiner den Menschen zugewandten Predigt stellte der Erzbischof die Schätze Gottes vor. Es gab bisher circa 168 Milliarden Menschen auf der Erde - und keine zwei von Ihnen waren gleich! Die Menschen sind Gottes Schatz! Beeindruckend schilderte der Erzbischof auch ein Erlebnis, das er in einer Behinderteneinrichtung gemacht hatte. Eine schwerstmehrfach behinderte Frau hatte ihm einprägsam mit auf den Weg gegeben: "Ich bin doch kein Konstruktionsfehler Gottes!"

Authentische Art, Gottesdienst zu feiern
Es ist berührend wie körperlich und geistig behinderte Menschen Gottesdienst feiern. Hier gibt es nichts Verstelltes - alles ist spontan, echt, authentisch, zutiefst menschlich und von Herzen kommend! Selbst eine Umarmung und ein spontanes Erinnerungsfoto mit dem Erzbischof während der Predigt sind möglich und berührend.

Am Schluss sang die Band sogar noch ein (nachträgliches) Geburtstagsständchen für den Bischof.

Es gab kurze, aber herzliche Dankworte an die vielen, die diesen Tag möglich gemacht haben. Nach dem Segen öffneten sich wieder die Pforten unserer Kirche: Auf Wiedersehen in St. Canisius!

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