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Darstellung des Herrn - Mariä Lichtmess 

Foto: St. Canisius

Lichterprozession und Blasiussegen

4. Februar 2019

40 Tage nach seiner Geburt wurde Jesus von seinen Eltern nach dem Gesetz des Mose im Tempel "dargestellt". Der Messias betritt zum ersten Mal das Zentralheiligtum in Jerusalem. Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst, vielen Kerzen und Prozession wurde dieses Fest am Samstagabend gefeiert.

Der Hausmeister und das Küsterteam hatten das kleine Fest schon während der Woche vorbereitet und die Madonna aus ihrer Kapelle geholt und in den Altarraum gestellt. Dort stehen auch die Kerzenständer an diesem Wochenende.

Am Eingang erhielt jeder Gottesdienstbesucher am Samstagabend eine brennende Kerze, denn die Kirche war bereits völlig abgedunkelt. Pünktlich mit dem Gongschlag zogen die Messdiener mit dem Pfarrer ein. Gesungen wurde eines der beiden "Darstellungslieder" (GL 374 Volk Gottes zünde Lichter an). Dann startete auch gleich die Prozession in der Kirche. Gar nicht so leicht, denn es waren etwa doppelt so viele Gottesdienstbesucher wie sonst an Samstagabenden gekommen. Während die Spitze schon fast durch die ganze Kirche gelaufen war, waren die Letzten noch gar nicht losmarschiert! Und so schlängelte sich eine Lichterkette durch die Stuhlreihen - der Andacht tat das freilich keinen Abbruch. Am Ende konnten die Gläubigen ihre Kerze in einen der beiden Kerzenständer neben der Madonna abstellen. Da aber auch diese beiden nicht reichten, musste noch eine große Sandschale bereitgestellt werden.

Danach verlief der Gottesdienst im gewohnten Fahrwasser. In der kurzen Ansprache erläuterte P. Hösl SJ den Tempelbesuch von Jesus und seinen Eltern. So hatten sich die meisten Zeitgenossen das nämlich nicht vorgestellt. Wenn der Messias die Schwelle des Tempels überschreiten würde - so dachte man - dann würde dies mit machtvoller Pose und hohem Symbolwert geschehen. Aber der Messias kam unscheinbar, noch als Baby zweier armer Eltern in sein Heiligtum. Lediglich der greise Simeon und die betagte Hanna, die eine Antenne für die leisen Anzeichen Gottes hatten, bemerkten, welch hoher Gast den Tempel betritt. Vielleicht ein Ansporn Gott nicht (nur) im Schrillen und Grellen zu vermuten, sondern auch im Leisen und Dezenten.

Am Ende der Messe spendeten dann Pfarrer Hösl SJ und Charlott Tretter mit zwei gekreuzten Kerzen in Höhe des Halses den traditionellen Blasius-Segen: "Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist."