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Ich bin bereit! Und das gleich dreifach 

Fotos (3): St. Canisius

Ein Leben lang Diener

17. Februar 2018

Unter großer Anteilnahme von Freunden, Jesuiten aus Nah und Fern sowie der Gemeinde St. Canisius wurden am Samstag Clemens Kascholke, Jörg Nies und Sebastian Maly von Erzbischof Heiner Koch zu Diakonen geweiht. Der imposante Weihegottesdienst dauerte knapp zwei Stunden, anschließend gab es einen Empfang im Gemeindesaal - bei Currywurst!

Während sich draußen der Einzug schon formierte gab P. Hösl SJ, Pfarrer der gastgebenden St. Canisius-Gemeinde, in der Kirche noch letzte technische Hinweise. Dann zog eine lange Schar von Messdienern, Konzelebranten, Ministranten und natürlich den baldigen Diakonen in die Kirche mit Erzbischof Dr. Heiner Koch am Schluss ein. Etwa 15 weitere Jesuiten und Konzelebranten hatten bereits in der Kirche an der Ostseite mit Albe und violetter Stola Platz gefunden.

"Ich steht vor dir mit leeren Händen Herr", so das Eingangslied. Tribut an die Fastenzeit oder Ausdruck des Empfindens der Kandidaten? Das Huub Osterhuis- Lied dürfte sehr schön die Gefühle vieler Anwesender ausgedrückt haben.

"Ich bin bereit!"

Nach einer kurzen Begrüßung und dem "Ich bin bereit!" der Diakonanwärter ergriff P. Christoph Soyer SJ als Vertreter des Provinzials das Wort und bat den Bischof offiziell die drei Gefährten Jesu zu weihen. Ein paar Informationen über diese konnte man dem ausliegenden Liedblatt entnehmen.

Im jetzt folgenden Wortgottesdienst trugen Ruth Jung - ihr Bruder ist eben neuer Bischof in Würzburg geworden - und Hanna Weber die Lesungen vor. Das Evangelium trug ein vierter Diakon vor, den der Bischof mitgebacht hatte.

Diener in der Nachfolge Jesu

In seiner Predigt ging der Bischof auf das Wort "dienen" ein, das ja im "Diakon" steckt. "Jeder möchte gerne dienen, am besten möglichst weit oben", so der Bischof etwas schmunzelnd. Aber jeder kennt auch Menschen, die (wirklich) dienen und denen man Großes verdankt. Auch die drei Dikone sollen dienen - und zwar auch nach der Priesterweihe, denn Diakon bleibt man immer. Maßstab ist und bleibt natürlich Jesus Christus selbst, der ja auch nicht gekommen ist um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen (Mk 10,45). Am stärksten kam das vielleicht in der Fußwaschung beim letzten Abendmahl zum Ausdruck (Joh 13ff).

Weiheversprechen und Allerheiligenlitanei

Nach der Predigt von Erzbischof Koch begann die Weihe mit der Anrufung des Heiligen Geistes in Form eines Hl. Geistliedes: "Komm heil'ger Geist, der Leben schafft". Es folgten die Versprechen der Weihekandidaten sich ganz in den Dienst der Kirche und des Ordens zu stellen. Ob es Absicht war, dass der Bischof die drei Kandidaten gleich zwei Mal in Sachen Gehorsam befragte? Aber bei Jesuiten vielleicht gar nicht so verkehrt ...

Dann legten sich die Kandidaten auf die Erde (Prostratio) und es erklang die Allerheiligenlitanei, die Gábor Bellovics SJ begleitet von Andreas Winkler vorsang. War dies vielleicht emotional der wichtigste Moment, so erfolgte dieser inhaltlich im Anschluss: die Handauflegung durch den Bischof unter Schweigen. Anschließend folgte das sehr lange Weihegebet des Bischofs - eine echte Geduldprobe für unsere Messdiener! Dennoch blieb es - den ganzen Gottesdienst über - erstaunlich ruhig und gesammelt im Gottesdienst.

Einkleidung

Danach spürte man wie die Anspannung der Beteiligten etwas nachließ. Jetzt wurden nämlich die bis dato nur in Albe (weiß) gekleideten Diakone eingekleidet. Dies ist traditionell eine Aufgabe, die der Superior der jeweiligen Kommunität übernimmt. Im Fall von Sebastian Maly war das P. Tobias Zimmermann SJ, Rektor des Canisius Kollegs, P. Ralf Klein SJ aus München, der Clemens Kascholke SJ in seine Dalmatika verhalf, sowie P. Christoph Soyer SJ, der dem Dritten im Bunde, Jörg Nies SJ, beim Anziehen half. Die Überreichung des Evangeliars und der Friedensgruß schlossen die Weihefeierlichkeiten im engeren Sinn ab.

Nach dem Credo-Lied erläuterte Neudiakon Sebastian Maly SJ den Verwendungszweck der jetzt eingesammelten Kollekte - sie kommt Flüchtlingen im Nordirak zugute.

Danach verlief der Gottesdienst in den gewohnten Bahnen. Auch für die Ministranten gab es (endlich?!) wieder etwas zu tun. Lukas Weissenburger und Leonie Apitz hatten eine tolle Truppe mobilisieren können, die in diesem Gottesdienst neben bekannten Aufgaben auch neue "Herausforderungen" zu meistern hatten: Bischofsstab und Mitra halten, Mikrofon platzieren, bischöfliche Sitzgelegenheiten transportieren oder Stühle und Hocker wegräumen, nachdem die frisch Geweihten neben Bischof und Konzelebranten Platz nahmen.

Die an sich schon eher wenigen Dienste eines Diakons bei einer Eucharistiefeier mussten nun gleich auf drei Neudiakone aufgeteilt werden. Clemens Kascholke SJ übernahm die Gabenbereitung. Die üblichen Sprüche nach der Wandlung und zum Friedensgruß sowie am Schluss übernahm Jörg Nies SJ - er bedankte sich auch herzlich beim Bischof und der feiernden Gemeinde am Ende des Weihegottesdienstes.

Auf der Zielgeraden

Mit der Kommunion und dem Danklied bog der Gottesdienst schließlich in seine Schlussgerade ein. Beim bischöflichen Segen wurde es in der Kirche windig, denn unsere Küster Niels Weissenburger und Franz Arendt hatten inzwischen die großen Kirchentüren geöffnet. Nach einem passenden stürmischen Marienlied "Maria breit den Mantel aus" formierte sich der Auszug. Draußen wartete mildes schönes Winterwetter.

Liturgie macht hungrig - oder der Run auf die Currywurst

Die Gäste konnten jetzt schon mal den Currywurststand ansteuern, denn große Liturgien machen hungrig. Der Saal war bestens mit Bistrotischen ausgestattet und es gab Getränke - das Bier durfte und musste man aus der Flasche trinken. Der Gemeindesaal war voll besetzt, aber - nicht nur die Raucher - bevorzugten einen der Tische draußen.

Herzlichen Dank allen aus der Kommunität der Jesuiten und der Gemeinde, die bei der Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes sowie des Empfangs mitgewirkt haben!

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