Logo St.Canisius Berlin
WillkommenGemeindeGottesdiensteKirchbauKitaKontakt

Ein Brot mit Geschichte 

Foto: St. Canisius

EKO-Kinder verbrachten ein gemeinsames Wochenende in Kladow.

4. März 2019

Am Freitagnachmittag um 16 Uhr trafen sich die EKO-Kinder mit Pater Kraemer SJ und dem EKO-Team auf dem Parkplatz hinter der Kirche und machten sich auf den Weg zum Haus Kreisau in Kladow. Dort kamen alle wohlbehalten an, das schwere Gepäck war von Pater Kraemer und einigen Eltern mit Autos nach Kladow gebracht worden.

Als Erstes wurden die Zimmer verteilt, die Kinder hatten sich vorher entschieden, wer mit wem in einem Zimmer wohnen wollte. Kaum waren die Betten bezogen und die Taschen ausgepackt, als auch schon das Abendessen auf uns wartete.

Nach dem Essen trafen wir uns im Seminarraum zu einer Abendrunde, bei der jeder einen mitgebrachten Erinnerungsgegenstand vorstellen und kurz beschreiben sollte, warum dieser Gegenstand für sie oder ihn eine besondere Bedeutung hatte, die über den Gegenstand hinaus verwies. Dabei entstand in der Mitte des Raumes ein kunterbuntes Sammelsurium an zumeist scheinbar wertlosen Dingen, die jedoch alle von ihren jeweiligen Besitzern mit einer sehr persönlichen Geschichte versehen wurden. Mit dabei waren u.a. ein mit Sand gefüllter Frosch aus Mallorca, kleine Geschenke von älteren Geschwistern zur Geburt, eine Schneekugel mit der Chinesischen Mauer, Ringe zur Erinnerung an die Erstkommunion/Ehe/Familie, ein Kreuz an einer Kette zur Erinnerung an die Taufe und vieles mehr. Neben jedem Gegenstand wurde ein Teelicht entzündet.

Abschließend gab es ein paar Spiele, dann war Zeit zum Zähneputzen und noch ruhigem Spielen auf den Zimmern. Das Einschlafen fiel den meisten trotz des langen Tages recht schwer, aber gegen 23.30 Uhr schliefen dann doch (fast) alle.

Am nächsten Morgen gab es nach dem Frühstück eine Morgenrunde, bei der wir versuchten, über lebenswichtige Dinge - materielle und andere - nachzudenken und uns mit der Bedeutung von Brot beschäftigt haben. Anschließend haben die Kinder aus dem schon vorbereiteten Teig Brötchen geformt und verziert.

Nach dem Mittag machten wir einen Spaziergang zum nahegelegenen Seniorenheim der Jesuiten, wo uns ein sehr fröhlicher Pater Gimbler SJ in Empfang nahm. Wir folgten ihm ins Haus und alle Kinder (und Erwachsenen) lauschten gebannt, als er uns über das Leben im Seniorenheim mit seinen Mitbrüdern berichtete. Wir sahen uns in der Kapelle ein wenig um, Pater Gimbler sang mit uns Laudato si, beantwortete geduldig alle Fragen der Kinder.

Dann ging es zurück zum Haus Kreisau und nach einer längeren Spielzeit im Garten trafen wir uns wieder im Seminarraum und dachten über verschiedene Symbole für Jesus nach, die die Kinder dann auf Ostereier aus Papier zeichnen bzw. kleben konnten.

Inzwischen war die Mitte des Seminarraumes mit den selbst gebackenen Brötchen, Gläsern mit Traubensaft und Kerzen geschmückt worden. Jedes Kind teilte sein Brot mit dem jeweils linken Nachbarn, alle sollten versuchen, in Stille das Brot, das ja nun seine eigene Geschichte hatte, zu kosten. Wir konnten spüren, dass das geteilte und in der Gruppe gebackene Brot durch seine Geschichte über sich hinaus wies. Dann tranken alle, ebenfalls bedächtig, etwas Traubensaft.

Nach dem Abendessen (Pizza!) machten wir uns im Rahmen einer Nachtwanderung auf die Suche nach dem verschwundenen Pater Kraemer, der auch tatsächlich gefunden wurde und eine kleine Überraschung bei sich hatte. Zurück im Haus gab es noch eine kleine besinnliche Runde, ein paar Spiele und schon war es wieder Bettzeit.

An diesem Abend herrschte sehr bald eine sehr tiefe Stille in den Zimmern der Kinder.

Am Sonntagmorgen mussten vor dem Frühstück die Betten abgezogen und die Koffer gepackt werden. Kurz nach dem Frühstück kamen schon Eltern und Geschwister (ehemalige und zukünftige EKO-Kinder) und wir versammelten uns zur Messe im Bootshaus. Dort erfuhren die Eltern im Lauf der Messe, was die Kinder an diesem Wochenende gemacht hatten und was ihnen besonders gefallen hatte (auf Platz 1: "dass wir Dich [P. Kramer] bei der Nachtwanderung gefunden haben!").

Nach der Messe gab es einen gemeinsamen Brunch im Haus, zu dem die Eltern kleine Köstlichkeiten mitgebracht hatten. Langsam verabschiedeten sich dann Eltern und (sehr müde, aber fröhliche) Kinder.

An diesem Wochenende hat die EKO-Gruppe einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Erstkommunion gemacht. Kinder und Erwachsene haben einander besser kennengelernt, als Gemeinschaft erfahren und von- und miteinander gelernt.

Claudia Guillemin