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Erntedank, Sukkot und Gemeindefest 

Fotos: St. Canisius

Evangelische Lietzenseegemeinde feierte mit ihren Nachbarn.

1. Oktober 2018

Die evangelische Lietzenseegemeinde feierte am (vorgezogenen) Erntedanktag ihr Gemeindefest. Sie tun dies zusammen mit den Nachbarn von Gegenüber: der jüdischen Gemeinde Sukkat Schalom. Gemeinsam mit vielen Kindern wurde ein bunter Gottesdienst und ein fröhliches Fest gefeiert.

Den Beginn machte die Kita: Die Kleinen sangen unter Leitung von Frau Christel Krüger ein Mitmachlied. Das Erntedankfest ist eine Gelegenheit dem Schöpfer zu danken. Die Milch wächst ja nicht im Tetrapack im Supermarkt. Auch wenn durch Technik und Sachverstand so manche Risiken der Landwirtschaft ausgeglichen werden können: letztlich muss das Wetter und viele andere Dinge eben doch stimmen, damit man ernten kann.

Pfarrer Weber, Rabbi Andreas Nachama und Kantorin Esther Hirsch stießen - nicht nur hier - ins selbe Horn. Während Christen in diesen Wochen Erntedank feiern, bauen Juden in aller Welt eine Sukka (Plural: Sukkot), eine Hütte. Sie feiern das Laubhüttenfest: bis heute nehmen Juden in vorgeschriebenen ("koscheren") Hütten ihre Mahlzeiten ein, um der Zeiten zu gedenken, in denen Israel auf Wanderschaft war.

Statt Predigt über Lk 12,16-21, dem Gleichnis vom reichen Kornbauern, lieferten sich Hartmudt Unger (Kinderarbeit in der Gemeinde) und Pfarrer Weber einen Schlagabtausch über das richtige Verhältnis von Ökonomie und Glaube. Kapitalisten wie der reiche Kornbauer vergessen zu leicht, dass sich übertriebenes Streben nach Reichtum letztlich nicht auszahlt, selbst wenn man nicht - wie im Gleichnis - gleich in "dieser" Nacht stirbt.

Stefan Pick spielte eine rockige Gitarre. Zusammen mit Anne-Katrin Escher-Lorenz vom Gemeindekirchenrat sprach man die Fürbitten. Darunter auch zwei der jüdischen Vertreter. Ester Hirsch versuchte es dann sogar noch mit einem hebräischen Lied, das besser klappte als viele erwarteten: Hineh ma tov umanayim - seht wie angenehm ist's wenn Brüder in Eintracht sind, so in etwa im Wortlaut.

Am Schluss bat Pfarrer Weber Frau Hirsch, Rabbi Nachama und P. Hösl SJ von St. Canisius die Gemeinde mit dem Aaronitischen Segen in deutscher und hebräischer Sprache zu segnen.

Das Ende des Gottesdienstes war gleichzeitig der Start einer Luftballonaktion, an der sich viele Kinder und Erwachsenen beteiligten. Bei sommerlichen Temperaturen ließen sich die vielen Gäste gerne an den Tischen an der Straße und in der Kita nieder um ins Gespräch zu kommen. Dazu gab es eine reichliche Kuchentafel und Kaffee.