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Wenn Gott durch einen Albtraum spricht 

Fotos: St. Canisius

Claudia Procula - im "Dialog" mit dem Gekreuzigten

25. Februar 2018

Carla Wendte schlüpft in Claudia Procula, die Frau des Pilatus. Des Nachts durch einen Albtraum gewarnt versucht sie ihren Mann davon abzubringen, Jesus kreuzigen zu lassen. - Eine kleine Inszenierung in der Fastenzeit.

In der Fasten- und Passionszeit begegnen wir bekannten Figuren. Darunter auch drei Frauen, deren Aufmerksamkeit sich die Gemeinde St. Canisius in diesem Jahr in besonderer Weise widmet. Den Anfang macht am 2. Fastensonntagabend Claudia Procula alias Carla Wendte.

Der ganze Gottesdienst war auf das (mögliche) Innenleben der Frau des Pilatus zugeschnitten. Herausragend und kongenial war das Orgelspiel von Stefano Barberino. Die schrillen und krassen Töne waren ein (Alb-) Traum!

Die Lesung war außer der Reihe und dem Buch Hiob entnommen - Oliver Schulze trug sie heute vor. Im gewählten Abschnitt kommt dieses Buch darauf zu sprechen, dass Gott sich dem Menschen auch im Traum offenbart. Viele biblische Gestalten könnten von ihren Träumen erzählen: Josef aus dem Alten und Josef aus dem Neuen Testament, König Salomon, Paulus und viele andere mehr.

Carlas Auftritt begann nach dem Evangelium, das nur aus einem Satz bestand und einer kurzen Einführung. Die Lichter gehen aus, ein Scheinwerfer geht an. Claudia Procula liegt auf ihrem Bett - bei uns die Rundbank an der Stirnseite. Ein Traum beschäftigt sie. Darin vermischen sich Szenen aus ihrem früheren Leben in Rom, an die bekannten Brot und Spiele. Wie oft hatte sie unbekümmert zugesehen, wenn Gladiatoren sich gegenseitig abschlachteten. Oft hatte auch sie blutberauscht den Daumen nach unten gezeigt - und damit für den Tod eines Kämpfers votiert. Jetzt vermischen sich Szenen aus Rom mit der Realität der Kreuzigungen in Judäa. Aus Gladiatoren werden Gekreuzigte - Claudia erwacht!

Sie richtet sich an der Bank auf, versucht ihre Gedanken zu sortieren. Sie geht nach Golgata - vielleicht kann der Nazarener noch gerettet werden! Aber zu spät: die Todesmaschinerie war schon in Gang gesetzt.

Ein zweiter Scheinwerfer geht an und taucht Carla ins Rampenlicht. Sie führt eine Art Dialog mit dem Gekreuzigten - dem geretteten Kruzifix aus der alten Kirche, das nun auch angestrahlt wird. Gegen Ende geht Claudia wieder zu Bett, es wird dunkel. Sie träumt von Rom und einer unbeschwerten Zeit. Ob sie Golgota vergessen können wird?

Stefan Barberino beginnt jetzt zu spielen, erst leise, dann immer lauter ... Er übersetzt den Monolog in Töne und Musik.

Die Fürbitten bündeln noch einmal die aufgeworfenen Themenkomplexe. Jetzt gingen die Lichter in gewohnter Weise an und der Gottesdienst erreichte wieder das normale Fahrwasser ...

Herzlichen Dank an Carla Wendte für ihre tolle Verkörperung der Claudia Procula sowie an ihre technischen Helfern inklusive unserer Küster. Ebenso Dank  aber auch an die Musik von Stefano Barberino für die dramatische Töne.

Der nächste Gottesdienst in dieser Reihe findet am 4. März um 18.00 Uhr statt. Dann geht es um das Innenleben der legendären Veronika, die Jesus das Schweißtuch gereicht haben soll.