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Marias Hoffen - das Leid einer Mutter 

Fotos: St. Canisius

Das Unfassbare trat ein

19. März 2018

Im dritten und letzten Fastenmonolog ging es am Passionssonntagabend um das Innenleben Marias, der Mutter Jesu. Wie mag sie den Kreuzweg und das Leiden ihres Sohnes wahrgenommen haben? Cornelia Wegener schlüpfte in die Rolle Marias. Sie wurde dabei von Freunden mittels Technik und von Stefano Barberino an der Orgel unterstützt.


Kann man sich in einen Menschen wirklich hineinversetzen? Im Fall der Gottesmutter Maria wird man hier schnell auf Grenzen stoßen. Wer kann sich schon vorstellen, wie es einer Mutter geht, die zusehen muss, wie der eigene Sohn grausam hingerichtet wird.

Cornelia Wegener wagte es trotzdem. Ihr Monolog wurde schon durch eine Lesung aus dem Lukasevangelium vorbereitet. Nach Lk 2 weissagt der greise Simeon schon gleich nach der Geburt, dass Maria ein Schwert durch das Herz gestoßen werden würde! Oliver Schulze las den Text.

Dreißig Jahre später tritt das Kind von Bethlehem seinen Kreuzweg an. Cornelias Maria wusste um die Besonderheit ihres Kindes Jesu. Die wunderbaren Ereignisse rund um Empfängnis und Geburt hatte sie nicht vergessen. Sie glaubte an die Mission ihres Sohnes, sogar an sein bevorstehendes Leiden. Womit sie allerdings nicht gerechnet hatte: dass dies so früh geschehen sollte! War nicht Abraham steinalt gewesen, als von ihm gefordert worden war, seinen Sohn Isaak zu opfern? Und war Mose nicht ein betagter Mann gewesen, als Gott in sein Leben eingriff? Warum kam das bei Jesus so früh?

Ein weiterer Gedanke Marias war: Gut, auch von Abraham wurde gefordert, den Sohn zu opfern! Maria war also nicht die erste Person, der so etwas zugemutet wurde. Aber dann, wenn auch spät, kam der Engel und verhinderte das Schlimmste in letzter Minute. Wann würde diese letzte Minute im Fall Jesus eintreten? Wie viel Leid muss er noch erdulden, bis endlich der himmlische Eingriff kommt? Maria glaubte bis ganz zum Schluss dass das passieren würde. Aber es passierte nicht! Jesus starb wirklich, tatsächlich! Die rettende Kavallerie, die wir von unzähligen Hollywoodstreifen kennen, kam nicht! James Bond verhindert immer in letzter Minute den ultimativen GAU - hier fand er statt!

Marias Glaube hielt! Trotz allem! Aber es war ein nackter Glaube, der auf keine Gründe oder Traditionen mehr als Stützen verweisen konnte. Erst mühsam und zäh versucht Maria dem furchtbaren Geschehen Sinn abzutrotzen ...

Stefano Barberino holte den Gedanken- und Gefühlsweg Marias musikalisch ein. Krystian, Vic und Jette gossen aufgeworfene Fragen in drei Fürbitten. Jetzt erreichte der Gottesdienst wieder normales Fahrwasser, die Lichter gingen wieder an, die Nachdenklichkeit freilich bleibt ...

Damit ist die kleine Reihe Frauengestalten der Passion zu Ende. Herzlichen Dank an Carla, Hannah und Cornelia, die uns mit ihren Fastenmonologen einen (möglichen!) Einblick in die Seele von Zeugen der Passion Jesu gaben! Danke auch allen, die sie dabei bei der Technik, der Lesung oder den Fürbitten unterstützt haben.

Herzlichen Dank ebenfalls an Stefano Barberino, der mit der Orgel auf seine Weise geholfen hat, das Seelenleben der Betroffenen ahnbar zu machen.