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Zu Besuch in der Synagoge 

Fotos: St. Canisius

Firmkandidaten erlebten Schabbatgottesdienst in der Pestalozzistraße

27. Januar 2019

Auf Vermittlung von Anne Brenker besuchte am Freitagabend ein Großteil des Firmkurses einen Schabbatgottesdienst in der Synagoge in der Pestalozzistraße. Rabbi Sievers und Herr Margulis vom Synagogenvorstand begrüßten unsere Jugendlichen. Die Synagoge ist in Berlin vor allem wegen der besonderen Liebe zur Musik bekannt, was man im Gottesdienst auch gleich zu Hören bekam.

Am Freitagabend leiten Juden in aller Welt den Schabbat ein. Eine große Gruppe aus dem Firmkurs nahm am Abendgottesdienst teil. Mit dabei waren auch die Firmbegleiter Edith Drießen, Regina Galecki und P. Hösl SJ. Die Pestalozzistraße-Synagoge versteht sich als liberale Synagogengemeinde. Allerdings gibt es ein getrenntes Sitzen: Frauen sitzen entweder oben auf der Empore oder in den seitlichen Sitzblöcken. Freilich merkt man das im Gottesdienst selber gar nicht so sehr. So sprach eine Frau zu Beginn den Schabbatsegen und im Chor singen Frauen und Männer gemeinsam.

Die Musik ist überhaupt die Besonderheit und Stärke dieser Gemeinde. Sie geht auf das Wirken von Louis Lewandowski zurück, ein einflussreicher deutsch-jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts, der auch die im orthodoxen Judentum verpönte Orgel einbezog.

Im Vorraum und in der Synagoge gab es eine Wand mit vielen Messingplättchen, auf denen die Namen verstorbener Gemeindemitglieder stehen. Bei denen für die im jeweiligen Gottesdienst besonders gebetet wird brennt ein kleines Lichtlein.

Dann begann auch schon der Gottesdienst. Die Synagoge ist außen wie innen wunderschön. Die Jugendlichen bekamen ein deutsch-hebräisches Gebetsbuch. Gesungen und gebetet wurde fast nur in Hebräisch, aber man konnte bei einem Gemeindemitglied über die Schulter schauen und wusste durch die deutsche Übersetzung, was ungefähr gebetet wurde.

Im letzten Drittel des Gottesdienstes hielt Rabbi Sievers eine Predigt auf Deutsch. Darin ging er auf den Begriff Offenbarung ein. Während orthodoxe Juden alle Gebote Gottes möglichst wörtlich nehmen, versuchen liberale Juden eher den damals gemeinten Sinn in das Heute zu übersetzen. Das bedeutet aber nicht weniger sondern mehr Eifer, so der Rabbi.

Gegen Ende wurden die Kinder nach vorne gerufen und bekamen eine Süßigkeit ? die hatten sich die Kleinen nach der Stunde auch verdient. Die Gemeindemitglieder begrüßten einander mit "Schabbat Schalom" - jetzt ist Schabbes, Ruhetag für den Herrn.