Logo St.Canisius Berlin
WillkommenGemeindeGottesdiensteKirchbauKitaKontakt

Fronleichnam - lokal und zentral 

Fotos: St. Canisius

Schülergottesdienst in St. Canisius und Prozession an der Hedwigs-Kathedrale in Mitte

1. Juni 2018

Auch wenn in Berlin Fronleichnam kein staatlicher Feiertag ist, fanden Gottesdienste für Jung und Alt statt. In St. Canisius gab es eine Messe am Morgen mit vielen (katholischen) Kindern, die an ihrer Schule eine Befreiung beantragen konnten. Am Abend fand in der Mitte von Mitte die Feier der Mitte des Glaubens mit Bischof Koch und vielen Katholiken des Erzbistums statt ...

Noch bevor es richtig heiß wurde, trafen sich viele Kinder und nicht wenige Erwachsene zu einem ganz auf Kinder zugeschnittenen Gottesdienst, den Frau Schulze mit der Gitarre musikalisch begleitete. Neben Schulkindern stellte auch unsere Kindertagesstätte eine beträchtliche Fraktion der Mitfeiernden.

Inhaltlich ging es um Jesus, das Brot. Ohne Torten und Delikatessen können wir - und sei's zur Not - leben. Aber ohne Brot? Hm ... Schwierig! Wenn Jesus sagt er sei das "Brot des Lebens", dann meint er damit wohl: Ich bin nicht das Sahnehäubchen oben drauf oder die Spezialität für besondere Anlässe, sondern - wie Juliane, eine Schülerin, ganz richtig beisteuerte - ein "Grundnahrungsmittel", das man jeden Tag braucht! Am Schluss des Gottesdienstes holte Franz Arendt die auffällig auf dem Tabernakel positionierte große Monstranz herunter. Mit der geweihten Hostie darin empfingen die Feiernden den Eucharistischen Segen.

Zum großen zentralen Gottesdienst am Gendarmenmarkt trafen sich am Abend die Berliner Katholikinnen und Katholiken, darunter viele Kommunionkinder, Grabesritter, Studentenverbindungen, Verbände,  Auslandsgemeinden und viele mehr mit ihren Fahnen und Wimpeln. Erzbischof Heiner Koch leitete den Gottesdienst, der vom Chor, dem Jugendkathedralchor sowie dem Bläserensemble der St. Hedwigs-Kathedrale musikalisch gestaltet wurde. Domorganist Thomas Sauer spielte an der Orgel und Markus Przybilla am E-Piano. Die musikalische Leitung oblag Domkapellmeister Harald Schmitt.

Im Gottesdienst und auch später hörte man Texte und Fürbitten in den verschiedensten Sprachen. Applaus brach aus, als Bischof Koch nach den Ehrengästen die Kommunionkinder extra hervorhob. Sie waren dann auch besonders zur Kommunion mit den Zelebranten auf der eingerichteten Altarinsel eingeladen.

In seiner Predigt schilderte der Bischof Jesus als Maß, an dem Christen Maße nehmen können, sich aber auch messen lassen müssen. Die gesellschaftlichen Veränderungen - etwa in der Medizin, Gentechnologie oder Wirtschaft - braucht Menschen mit Maß. Woher aber in einer maßlosen Gesellschaft ein Maß nehmen? Laut dem großen (und atheistischen) Philosophen Martin Heidegger gibt es letztlich nur in der Göttlichkeit ein Maß - so der Bischof. Ansonsten bleibe nur die Maßlosigkeit ...

Nach dem Gottesdienst setzen sich Tausende von Katholiken in Bewegung - die Prozession startete. Die Organisatoren hatten hervorragende Arbeit geleistet. Rings um den Prozessionsweg gab es Lautsprecher und ausgezeichnete Akustik. Jetzt wurde ein Fronleichnamsklassiker nach dem anderen geschmettert. Dazwischen gab es wenige, aber kluge Texte, die eine Verbindung zu den traditionellen Liedern und einem zeitgemäßen Verständnis von Fronleichnam herstellten. Ausgezeichnete Arbeit leisteten auch die Berliner Polizisten - es kam zu keinerlei Zwischenfällen! Viele Passanten an den Straßenrändern hielten inne oder fotografierten den farbenprächtigen Prozessionszug.

Als der Prozessionszug von der belebten Friedrichstraße in die Straße "Unter den Linden" einbog, machte der Zug im Vergleich zu den Vorjahren einen kleinen Umweg. Vorne blitzte im Fernsehturm am Alex das Lichtkreuz in der Kuppel auf, während Jung und Alt tapfer ein Eucharistielied nach dem anderen sangen.

An der Hedwigs-Kathedrale schließlich endete die lange Prozession. Es dauerte bis der Baldachin mit der Monstranz und dem sie tragenden Bischof endlich da war. Die Ordensschwestern hatten sich so ein wenig hinsetzen und ausruhen können. Bischof Heiner Koch spendete zum letzten Mal den Eucharistischen Segen. Dann bedankte er sich bei den vielen, die mit ihrem Engagement diese Prozession - der ganze Gottesdienst hatte doch drei Stunden gedauert - ermöglich hatten. Um die Hedwigs-Kathedrale hatten die ausländischen Gemeinden Stände mit Spezialitäten und kühlen Getränken aufgebaut an denen sich schnell lange Schlangen bildeten.