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Habermas und die Religion 

Foto: St. Canisius

Philosophische Predigt im Mai

10. Mai 2019

Im Rahmen der Philosophischen Predigten sprach der Schulseelsorger des Canisiuskollegs, P. Sebastian Maly SJ, am ersten Maisonntagabend über Jürgen Habermas, einem der bekanntesten deutschen Philosophen der Gegenwart.

Im Lauf seines langen Lebens erfuhr auch das Thema Religion im Opus Wertschätzung und Wandlung. So gibt es u.a. eine intellektuelle Auseinandersetzung mit Joseph Ratzinger aus dem Jahr 2004. Die Medien , zum Beispiel Die Zeit, berichteten ausführlich.

P. Maly stellte zentrale Gedanken des Frankfurt Philosophen dar und machte sie für den christlichen Glauben fruchtbar. Im Anschluss gab es ein Nachgespräch im Gemeindesaal. P. Maly fasst die zentralen Thesen des Abends selber kurz zusammen.

Jürgen Habermas feiert am 18. Juni 2019 seinen 90. Geburtstag. Seit mehr als 50 Jahren prägt er das intellektuelle Leben Deutschlands. Ausgebildet als Philosoph interessierte er sich früh für neuer Entwicklungen in der Soziologie und vermochte es, Anregungen aus verschiedenen Humanwissenschaften für die Philosophie aufzunehmen und für sein Denken fruchtbar zu machen. Ein zentrales Anliegen seines Schaffens ist bis heute die Frage, auf welchen Grundlagen eine demokratische und plurale Gesellschaft stehen muss, damit die Errungenschaften der Moderne (wie Menschenrechte, Sozialstaat etc.) möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden können. Dabei geht sein Blick schon seit vielen Jahren über die Verhältnisse Deutschlands hinaus auf eine globale Perspektive und besonders auf Europa.

Seit seiner Rede zum Empfang des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2001 rückte seine Reflexion auf das Verhältnis von Religion und säkularer Gesellschaft stärker in den Fokus des öffentlichen Interesses. Habermas sieht in den Religionen wichtige sinnstiftende Potenziale für säkulare Gesellschaften und gesteht dennoch zu, dass sich ihm als "religiös unmusikalischen" Menschen einige zentrale Gehalte des Christentums nicht erschließen. Neben seiner konstruktiven Weise, die Religionen in ihrer Rollen in säkularen Gesellschaften kritisch anzufragen, macht ihn gerade diese Melancholie über unwiederbringlich Verlorenes zu einem wichtigen Gesprächspartner für religiöse Zeitgenossen.

 Notizen zur Predigt von P. Sebastian Maly SJ