Logo St.Canisius Berlin
WillkommenGemeindeGottesdiensteKirchbauKitaKontakt

Die Christen in Japan 

Darstellung von in Japan gekreuzigten Christen, © Rijksmuseum Amsterdam

250 Jahre Verfolgung - Vortrag von Ralph P. Görlach

1. Oktober 2018

Ein Abend für die Sinne: Hören, sehen, berühren, schmecken. Der Referent versorgte die Teilnehmer mit vielem aus Japan. Was mit einem Schulaustausch begann, wurde zur Leidenschaft: Japan, seine Kultur, seine Geschichte, vor allem die Geschichte seiner Christen.

Jene begann mit dem Jesuiten Franz Xaver und den ersten Jesuiten in Japan. Das christliche Jahrhundert war nur ein halbes Jahrhundert zwischen 1550 und 1600. Nagasaki wurde in dieser Zeit zu einem Dorf, einer kleinen Stadt voller Christen. Fast 20 Prozent der Bevölkerung Japans waren um 1600 Christen, Katholiken. Dann kam die Zeit der Verfolgung, die Zeit ohne Priester, die Zeit der Christen im Untergrund: 250 Jahre lang. Grausame Verfolgungen, systematisch durchgeführt, schufen im ganzen Land viele Stätten von Märtyrern.

An diesen Plätzen versammelten sich in der Zeit zwischen 1600 und 1850 die Christen, die im Untergrund an ihrem Glauben festhielten, denn es gab keine Kirchen mehr, keine Bibel, keine Priester in Japan. Der Glaube wurde von Laien getragen, bewahrt, durch furchtbare Qualen und Tötungen bezeugt. Es reichte den staatlichen Inquisitoren, dass die Christen auf eine Pieta traten, - ein Abbild hat der Referent dabei -, um am Leben zu bleiben. Die meisten taten es nicht und starben, darunter waren auch Kinder, die Christus nicht abschwören wollten.

Als Missionare ab Mitte des 19. Jhs. wieder ins Land kamen, trafen sie auf Japaner, die zaghaft die neu errichteten Kirchen im Land betraten, vor Marienstatuen niederknieten und lateinische Gebete sprachen, ohne zu wissen, was sie bedeuteten. Aber sie waren ihnen von den Generationen vor ihnen 250 Jahre lang überliefert worden. Sie hatten diese gelernt, gesprochen, gebetet.

Was war der Glaube den Christen in Japan Wert gewesen, dass sie so daran festgehalten hatten und das so viele dafür bereit waren zu sterben. Unvermeidlich stellt sich jedem und damit auch dem Schreiber dieser Zeilen die Frage, wie viel Wert hat der Glaube für mich? Wie würde ich mich einer ähnlichen Situation verhalten? Keine Antwort darauf geben zu können, ist wohl die ehrlichste.

Ein großer Dank an den Referenten Ralph P. Görlach, der diesen Teil unserer Kirchengeschichte so lebendig und eindrücklich zu vermitteln verstand. Vieles, war der Film "Silence" vermittelte, konnte hier vertieft und besser verstanden werden. Noch einmal: Danke!

Gundolf Kraemer SJ