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Mit der Rikscha in die Schule 

Vortrag von P. Kraemer SJ über ein Patenschaftsprojekt im südlichen Indien

22. April 2018

Bevor P. Gundolf Kraemer SJ nach Berlin kam, war er viele Jahre am Aloisiuskolleg (Ako) in Bonn Bad Godesberg. Wie das hiesige Canisius-Kolleg ist (CK) auch dies eine Jesuitenschule, allerdings mit angeschlossenem Internat. Dabei hat sich eine interessante Patenschaft mit (Süd-) Indien ergeben, von der P. Kraemer am Samstagabend im Rahmen eines Lichtbildervortrags berichtete.

Auch wenn die Bilder von den Besuchen im Rahmen der Patenschaft zwischen dem Bonner Kolleg und dem Belgaumer Jesuitenkolleg schon drei bis vier Jahre alt sind - allzu viel dürfte sich an der Lage der Menschen in Indien - leider - nicht geändert haben. Zu sehen gab es zum Beispiel Father Joe, der so verschiedene Dinge wie ein Wasserprojekt, eine Ausbildung von Mädchen auf dem Land inklusive Brautlehrgang oder den Bau von Toiletten zwecks eigener Biogasanlage initiiert hat. In einer Region, in der Strom und Technik oft nicht ausreichend zur Verfügung gestellt werden kann, muss man sich eben auch "notdürftig" zu helfen wissen ...

Es gab eher traurige, nachdenklich machende Bilder. Etwa jene, die zeigen, mit welchen Nahrungsmittelrationen Kinder und Erwachsene zurechtkommen müssen. Und dabei - so P. Kraemer - waren die Menschen dort, wo er mit älteren Jugendlichen war, keineswegs die Ärmsten. Auch so manche Arbeit der Jesuiten hatte nicht den Erfolg, den man sich gewünscht hätte. So funktioniert eine der klassischen Methoden der Jesuiten, nämlich die Multiplikatorentheorie dort leider nicht: Jesuiten bilden die Oberschicht aus in der Hoffnung, dass diese dann später in verantwortlichen Positionen sozialverantwortlich handeln. Leider klappt das im Kastensystem nicht so einfach, so dass die Jesuiten zum Teil auf die (direkte) Ausbildung der Kastenlosen umgeschwenkt sind.

Aber es gab auch andere Impressionen - viele bunte Kleider, lachende Gesichter, Jungen und Mädchen beim Frühsport und stolz auf ihre Schuluniform. Manche Eltern bringen ihre Kinder mit der Rikscha zur Schule. Aus einer klassischen zwei Personen Rikscha können freilich schon mal sechs Kinder rausklettern.

Nur ein kleiner Teil der Menschen sind Christen. Dennoch hat die Kirche besonders im Bildungsbereich und in Sachen Sozialengagement ein hohes Ansehen.

Im Anschluss an den illustren Vortrag gab es noch eine interessante Diskussion, zu der auch andere Indienreisende ihre Erfahrungen beisteuerten.