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Feierliche Prozession durch die Kirche 

Foto: St. Canisius

Mariä Lichtmess - ein Fest mit Symbolgehalt

4. Februar 2018

Im Grunde einen Tag zu spät, aber nicht weniger feierlich beging die Gemeinde am Samstag, 3. Februar, das Fest der Darstellung des Herrn. Eigentlich wird das schon am Tag zuvor, am 2. Februar, begangen. Früher endete an diesem Tag die Weihnachtszeit und die ganz "radikalen" Weihnachtsfans halten das auch heute noch so. Symbolreichtum und lange Tradition lassen die Verschiebung des Festes auf den populäreren Samstagabend gerechtfertigt erscheinen.

Das kleine Fest wurde schon während der Woche vorbereitet. Hausmeister Piotr Janda hatte bereits Mitte der Woche den vorübergehenden Umzug der Madonna aus ihrer Kapelle in den Altarraum durchgeführt. Franz Arendt und Gabriele Weber vom Küsterteam hatten sich um Kerzen und die für diesen Gottesdienst wichtige Atmosphäre gekümmert.

Am Eingang erhielt jeder Gottesdienstbesucher am Samstagabend eine brennende Kerze, denn die Kirche war bereits völlig abgedunkelt. Pünktlich mit dem Gongschlag zogen die Messdiener mit dem Pfarrer ein. Gesungen wurde das einzige "Darstellungslied" (GL 376 Volk Gottes zünde Lichter an). Dann startete auch gleich die Prozession in der Kirche. Gar nicht so leicht, denn es waren etwa doppelt so viele Gottesdienstbesucher wie sonst an Samstagabenden gekommen. Während die Spitze schon fast durch die ganze Kirche gelaufen waren, waren die letzten noch gar nicht losmarschiert! Und so schlängelte sich eine Lichterkette durch die Stuhlreihen - der Andacht tat das freilich keinen Abbruch. Am Ende konnten die Gläubigen ihre Kerze in einen der beiden Kerzenständer neben der Madonna abstellen. Da aber auch diese beiden nicht reichten, musste noch eine große Sandschale bereitgestellt werden.

Danach verlief der Gottesdienst im gewohnten Fahrwasser. In der kurzen Ansprache erläuterte P. Hösl SJ den Symbolgehalt des Festes: Zum einen wurde Jesus als erstgeborener Junge 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel getragen. Gleichzeitig bedeutete dies das Ende von Marias "Elternzeit" - sie war ab jetzt wieder voll berechtigt an den Gottesdiensten teilzunehmen. Schon in vorchristlichen Zeiten gab es Anfang Februar eine heidnische Lichterprozession - die Christen adaptierten diesen Brauch nur und deuteten ihn jetzt auf Christus: Er ist das Licht der Welt! In weltlicher Hinsicht war der 2. Februar oft auch der Tag, an dem Knechte und Mägde die Stellung und den Dienstgeber wechseln konnten. Papst Johannes Paul II. hat schließlich den 2. Februar zum Tag des geweihten Lebens ausgerufen, an dem die Gläubigen besonders für Berufungen von Ordensfrauen und -männern beten sollen.

Da der 3. Februar auch Tag des heiligen Blasius ist, spendeten Pfarrer P. Hösl SJ und P. Reinhold Wehner SJ nach der Messe dann auch mit den zwei gekreuzten Kerzen in Höhe des Halses den tradtionellen Blasius-Segen: "Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist."