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Die Begegnung von Gabriel und Maria 

Foto: St. Canisius

Hochfest der Verkündigung des Herrn und Premiere des Cantus Canisius

26. März 2019

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Vortrag zum Thema "Jungfrauengeburt" gedachten viele Christen in St. Canisius des Hochfestes der Verkündigung des Herrn. Gemeint ist der Tag, an dem - dem Lukasevangelium gemäß - der Erzengel Gabriel Maria die Geburt Jesu ankündigt. Im Gottesdienst feierte der neu-alte Chor Cantus Canisius Premiere mit zwei vielstimmigen Gesangsstücken.

Montags gibt es in der Gemeinde normalerweise keinen Gottesdienst. Aber das Hochfest der Verkündigung des Herrn rechtfertigte die Ausnahme allemal, zumal der Chor Cantus Canisius seine Premiere in der Öffentlichkeit hatte.  Organist Andreas Winkler leitet den etwa 20-köpfigen Chor, der ein Lied zur Gabenbereitung und ein Danklied beisteuerte.

In der Ansprache stellte P. Hösl SJ das Tagesevangelium vom Besuch des Engels Gabriel bei Maria dem Gründungsmythos des römischen Weltreiches gegenüber. Während an der Wiege Roms Gewalt und Sexismus Pate standen - die Zwillinge Romulus und Remus waren das Resultat einer Vergewaltigung des Kriegsgottes Mars an der Vestalin Rhea Silvia - zeugt die Szene bei Lukas von großem, gegenseitigem Respekt: Beide, Maria und der Engel, respektieren einander und gehen sehr zart miteinander um. Diesem leisen, dezenten und friedlichem Beginn muss das Christentum auch heute sich verpflichtet fühlen.

Nach dem Gottesdienst hielt P. Hösl im Gemeindesaal einen Vortrag zum Thema "Geboren von der Jungfrau Maria", in dem er sich dafür aussprach, neben der sogenannten "theologischen Wahrheit" auch an der "historischen" Wahrheit der Jungfrauengeburt festzuhalten.

Dies blieb in der Diskussion natürlich nicht unwidersprochen. Viele meldeten sich zu Wort und brachten ihre Sicht ein. Eine Frauenärztin stieß sich an dem Frauenbild, das durch die Jungfrau Maria heraufbeschworen wurde. Eine andere Stimme sah dadurch aber die Glaubenswahrheit in Frage gestellt. Eine weitere Meinung war, dass durch die Fixierung auf die (Jungfrauen-) Geburt die Prägung und Erziehung des Christus ganz aus dem Blick gerät und gerade so der Beitrag der Eltern Jesu zu wenig gesehen wird. Viele wollten das Geheimnis gewahrt wissen und sprachen sich gegen ein Zerreden der Jungfrauengeburt aus. Deutlich wurde an den Wortmeldungen, wie vielfältig die Assoziationen zu diesem Thema sind.

Die große Resonanz belegte, dass das Thema aktuell und provokant ist, mit einer großen Assoziationsbreite. Umso erstaunlicher war die respektvolle Diskussionskultur des Abends.