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Misa flamenca - cánticos gitanos a dios 

Foto: Wolfgang Christen

Gitarist Rubin de la Ana und der Coro Rociero de Berlin in St. Canisius

27. Mai 2019

Der Abend des sechsten Sonntags in der Osterzeit stand in Sankt Canisius ganz im Zeichen des Flamenco, was gut zu der an diesem Tag stattfindenden Europawahl passte. Der Künstler Rubin de la Ana und der Coro Rociero de Berlin gestalteten die Abendmesse auf eindringliche Weise.

Die Musik, die zugleich sehnsuchtsvoll-schmerzhaft und mitreißend rhythmisch die bekannten Gesänge der Messe, das Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, das Vaterunser und das Agnus Dei in spanischer Sprache zu Gehör brachte, versetzte die Gemeinde in eine Stimmung, die gut zu den Lesungen des Sonntags passte.

Schon recht weit weg von Ostern und nahe an Himmelfahrt ging es um das Abschiednehmen, um das Zurückgeworfensein auf das, was da ist, und um die Hoffnung auf das Kommen des Geistes. Dass für die Jünger die Himmelfahrt eher kein freudiges Ereignis war, wurde dabei ebenso deutlich wie der Umstand, dass es uns, die Kirche des 21. Jahrhunderts in Europa, nicht geben würde ohne diesen schmerzhaften Abschied.

Die Musik der gitanos andaluces, denn um diese handelt es sich beim Flamenco vor allem, ist als ihr immaterielles kulturelles Erbe seit 2010 von der UNESCO anerkannt. Der bekannte zeitgenössische Flamenco-Gitarrist und Sänger Rubin de la Ana trug die meisten Weisen vor, unterstützt vom Coro Rociero nicht nur durch Gesang, sondern auch durch Klatschen und Klopfen mit den Füßen, das rhythmisch so anspruchsvoll war, dass sich nur sehr junge Gottesdienstbesucherinnen daran wagten, hier ein wenig mitzumachen und das Ensemble zu unterstützen. Aber auch bei den Älteren konnte man das ein oder andere Mitwippen erkennen, je intensiver sich die Verzauberung durch die so fremden wie teilweise vertrauten Klänge ereignete. Die Gemeinde blieb dabei aber auch im Übrigen nicht passiv, denn es handelte sich ja um eine Messe und nicht um ein Konzert. Vertraute Kirchenlieder wurden durch Andreas Winkler an der Orgel begleitet.

Auch wenn der Abend nicht so heiß war, wie die Ankündigung gehofft hatte, erlebte die Gemeinde ein ganz besonderes Fest und eine Zelebration des Glaubens, die lange nachhallen wird.

Dr. Monika Becker