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Neujahrsempfang der Katholiken 

Fotos: St. Canisius

Die Maronitische Gemeinde wurde mit dem Drei-Königs-Preis ausgezeichnet.

10. Januar 2019

Wie in jedem Jahr lud Erzbischof Heiner Koch auch 2019 zum traditionellen Neujahrsempfang. Wegen der Bauarbeiten in St. Hedwig fand der Gottesdienst in St. Adalbert statt, die Verleihung des Drei-König-Preises und der Empfang in der Katholischen Akademie. Dieser ging in diesem Jahr an die Maronitische Gemeinde.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war St. Adalbert in Berlin-Mitte als Bischof Heiner Koch, der Nuntius und ein großer Tross liturgischen Personals in das Kirchenschiff einzog. Der Gottesdienst wurde maßgeblich von den Sternsingern des Jugendkathedralchors St. Hedwig gestaltet. Ihr Leiter und Kantor war Markus Przybilla, an der Orgel spielte Thomas Sauer.

Am Ende des Gottesdienstes machte sich der Pulk von St. Adalbert auf zur katholischen Akademie in der Hannoverschen Straße. Dort gab es zunächst eine Ansprache des Diözesanvorsitzenden der Katholiken. Darin hob er auf den Kniefall der Könige vor dem Kind in der Krippe ab, einer besondereren Geste, die der Kirche nach einem weiteren Jahr intensiver Missbrauchsdiskussionen sehr wohl ansteht. Er dankte aber auch den vielen Katholiken für ihr mannigfaltiges Wirken auch und gerade im vergangenen Jahr. Ein Jazz-Trio sorgte für kurze Unterhaltung zwischen den Redebeiträgen.

Erzbischof Koch brachte auf zum Teil humorvolle Weise die Tücke des Entscheidens zur Sprache. Egal ob Abtreibung, Positionierung gegen Rechts oder der Umbau der Hedwigskathedrale - wenn man sich positioniert wird es immer auch Gegenstimmen geben. Es wird immer Gewinner und Verlierer geben, auch dann, wenn man nicht entscheidet. Wir bleiben, so der Bischof, Jünger (wörtlich: Schüler) in einem Lernprozess.

Frau Marie-Hélène Müßig leitete dann die Preisverleihung des Drei-König-Preises an die Maronitische Gemeinde ein. Der Preis ist für Integrationsbemühungen im Erzbistum ausgeschrieben.

Rund ein Viertel der sechs Millionen Maroniten lebt im Libanon, seit 1943 muss das Staatsoberhaupt des Libanon ein maronitischer Christ sein. In Berlin ist die maronitische Gemeinde zu Gast in St. Paulus (Moabit). Viele arabischsprachige Menschen aus Syrien, aus dem Irak, aus Ägypten und anderen Ländern haben in der Gemeinde ein neues Zuhause gefunden. Sie erfahren vielfältige Unterstützung bei Verständigungsschwierigkeiten, bei Fragen zu Ausbildung, Arbeit und Studium, Wohnungssuche oder Kita-Platz und vielem mehr.

Dunja Aplikian von der Berliner Maronitischen Gemeinde dankte für den mit 1800 Euro dotierten Preis. Der regelmäßig aus Frankfurt am Main anreisende P. Gaby Geagea c.m.l. dankte ebenso, warb aber auch um Verständnis für Schwierigkeiten bei der Integration. So seien viele arabische Christen durch Krieg und Vertreibung traumatisiert und leicht zu polarisieren. Mit Blick auf das Engagement der Ehrenamtlichen sagte der Geistliche unter großem Applaus: "Kirche ist auch ohne Priester möglich!"

Anschließend wurde das Buffet eröffnet. Auch hier gab es Veränderungen festzustellen. Während es früher üppige Bankette gab, ist man in den letzten Jahren schlichter geworden. So gab es nur vegetarische Gerichte. Das Wichtigste ist und bleibt freilich das informelle Gespräch an den Bistrotischen. Auch unserer Pastoraler Raum und unsere Gemeinde waren vertreten.