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Als Töne durch das Kirchenschiff purzelten 

Chor und Elektrophon - Fotos: St. Canisius

Laetare - mit Musik in den vierten Fastensonntag

11. März 2018

Mit Musik startete St. Canisius in den vierten Fastensonntag, genannt Laetare (Freuen), der Halbzeit in der österlichen Bußzeit bedeutet. In der Vorabendmesse sang das Charlottenburger Vokalensemble vier Lieder. Anschließend gab es ein Orgel- und Elektrophon-Konzert mit Uwe Schamburek.


Den vierten Fastensonntag eröffnete der inoffizielle Kirchenchor von St. Canisius, das Charlottenburger Vokalensemble, unter der Leitung von Andreas Winkler mit einem Klassiker: "De profundis" oder auf gut deutsch "Aus der Tiefe". Die Sängerinnen und Sänger füllten den Altarraum und sorgen für eine würdevolle Atmosphäre. Die weiteren Stücke waren eine vielstimmige Version von "Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer", das auf diese Weise eher selten zu hören ist und dadurch gar nicht so schnulzig klang. "Wer nur den lieben Gott lässt walten" und zum Schluss Matthias Claudius "Der Mond ist aufgegangen" waren die weiteren Lieder.

Jeder Kirchenraum klingt anders

Etwa eine halbe Stunde nach dem Ende der Messe startete Uwe Schamburek, Organist im Wedding, ein kleines Konzert in der Kirche. Wer ist Uwe Schamburek? Er selber schreibt auf seiner Homepage:
"Ich bin 1987 in Villingen- Schwenningen im Schwarzwald geboren, habe früh Klavier und Akkordeon gelernt. Ziemlich bald war mir klar, dass die Orgel mein Lieblingsinstrument ist. Das habe ich auch studiert - an der Universität der Künste in Berlin. Ich spiele in vielen Berliner Kirchen, in Konzerten und im sonntäglichen Gottesdienst. Es ist spannend, immer wieder neue Kirchenräume mit neuen Orgeln zu entdecken."

Zuletzt war er beim Abschied von P. Gimbler bei uns musikalisch tätig. Herr Schamburek verbindet zwei Instrumente: Die Orgel und einen selbstgebauten Synthesizer (Elektrophon). Schamburek selbst auf seiner Homepage: "Orgel und Synthesizer? Diese beiden Welten scheinen weit voneinander entfernt zu sein. Aber gerade dadurch entsteht etwas Neues."

Das konnten auch die leider nur wenigen Zuhörer und Zuhörerinnen schnell feststellen. Als "Gliederung" oder Programmablauf gab es vier Bilder aus unserer Kirche: eines von der Mauer mit Schlitzen der Außenkirche, eine Holzwand aus der Marienkapelle, ein Pflasterbild und einen Lichtschacht hinter Golden Field.

Rauschen, Geschlürfe und plötzlich Glockenklang

Der Künstler stellte kurz seine Musik vor und kündigte ein leises Konzert an. Und schon begann die über weite Strecken ruhige Improvisationsmusik. Da durfte dann jeder auch ein Stückweit das raushören, was er assoziierte. Da gab es (so etwas wie) klappernde Hölzer zu hören, es rauschte und funkelte, dann hörte man ein Geschlürfe, plötzlich Glockenklang. Wedelten da ein paar Blechplatten? Hopsten da Töne durch?s Kirchenschiff? Als Cantus Firmus diente Orgelmusik. Die Musik beruhigte, machte neugierig, ging nicht auf die Nerven.

Nach einer knappen Stunde war dann auch schon wieder Schluss. Uwe Schamburek packte sein selbstgebasteltes Elektrophon gekonnt in einem Holzkisten-Trolley ein und marschierte zur U-Bahn.