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Tiefendimension des Auferstehungsglaubens 

Foto: St. Canisius

Selbstlose Taten von Menschen - das ist Ostern!

2. April 2018

Die Osterfeierlichkeiten enden in St. Canisius mit der Emmausmesse am Ostermontag. Traditionell singt an den zweiten Tagen immer das Vokalensemble Charlottenburg, faktischer und praktischerweise unser Kirchenchor. P. Kraemer SJ blickte wie die Emmausjünger noch einmal auf das Passions- und Ostergeschehen zurück. Dabei nahm er aktuellen Bezug auf den französischen Polizisten Arnaud Beltrame, der sich bei einer islamistisch motivierten Gewalttat freiwillig gegen eine Geisel hatte austauschen lassen und kurz darauf vom Attentäter getötet wurde. Der französische Staat ehrte Beltrame mit einem Staatsbegräbnis.

Die Auferstehung Jesu ist eine klare Botschaft, aber es dauert bei manchen doch etwas länger bis sie ankommt - so P. Kraemer bei seiner Begrüßung in der Messe am Ostermontag. Das wird an der Emmausgeschichte, dem Tagesevangelium des Ostermontags, besonders schön deutlich. Beim diesjährigen Osterwetter scheint es auch so zu sein: Erst jetzt, als Ostern schon fast vorbei ist, zeigt sich die Sonne.

Der Kirchenchor steuerte mehrere Gesangsstücke bei, so das Kyrie und Gloria gleich zu Beginn, begleitet von Andreas Winkler auf dem weißen Klavier. Das Charlottenburger Vokalensemble umrahmt ja traditionell an den zweiten Festtagen den Gottesdienst.

In seiner Ansprache leuchtete P. Kraemer die Tiefendimension des Osterglaubens aus, indem er Bezug nahm auf den Tod des Polizisten Arnaud Beltrame in Frankreich. Er hatte sich bei einem islamistisch-motivierten Geiseldrama gegen eine Geisel austauschen lassen, wurde aber kurz darauf vom Attentäter erschossen. Herr Arnould war ein gläubiger Christ und wollte sich in diesem Sommer kirchlich trauen lassen.

Aber, so P. Kraemer, so traurig das Verbrechen ist, so ist es dem Verbrecher doch nicht gelungen, der Untat seinen Stempel aufzudrücken - es sind der selbstlose Polizist und seine Tat, die in der Erinnerung bleiben werden. P. Kraemer zitierte noch aus einem Brief von 2015, wo bei einem ähnlichen Verbrechen ein Vater an die Mörder seiner Frau und Mutter seines Sohnes schreibt. Darin beteuert der Witwer, dass diese Untat es nicht schaffen wird, sein Herz und das seines Kindes mit Hass zu füllen.

Der Jesuit fragte vorsichtig an, ob nicht das so oft diskreditierte christliche Abendland besser ist als sein Ruf? Menschen wie Arnaud Beltrame verkörpern mit ihrem Leben ein Verständnis von Ostern in seiner Tiefendimension, wie es auch aus den Auferstehungsberichten im Neuen Testament durchscheint.

Am Schluss bedankte sich der Pfarrer noch bei allen, die diese Kar- und Ostertage mitgestaltet haben. Viele wie die Lektoren oder Musiker waren zu hören, manche wie die Messdienerinnen und Messdiener waren zu sehen, andere - wie die Küsterinnen und Küster oder Blumenfrauen haben einen stillen Dienst im Hintergrund geleistet. Sie alle haben zu diesen tiefen und schönen Tagen in St. Canisius beigetragen. Ihnen allen und last but not least den mitzelebrierenden Jesuiten ein herzliches "Vergelt's Gott!"