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Pastoral in Würzburg und Berlin 

Foto: St. Canisius

Parallelen und Unterschiede

22. März 2018

Am Dienstag, den 20. März machte das Pastoralteam der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Würzburg in St. Canisius Station. Ihr Interesse galt der pastoralen Situation in der Großstadt. Dabei ergaben sich im Vergleich zum kleineren Würzburg sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede.

Würzburg ist ungefähr so groß wie Charlottenburg. Dennoch "tickt" eine kleine Provinzmetropole ganz anders als einer der Berliner Kieze. Um die Möglichkeiten der Pastoral hier und dort auszuloten, kam das Team der KHG Würzburg zu einer Stippvisite im Rahmen einer Fortbildung auch nach St. Canisius.

P. Hösl traf zum Teil auf alte Bekannte, weil er von 1998 bis 2001 in Würzburg tätig war. Und so mancher im KHG-Team von damals ist heute immer noch dabei! Von einer so hohen Zahl von Hauptamtlichen kann unsere Gemeinde freilich nur träumen.

Neben Pfarrer Burkhart Hose waren Richard Hübner, Ulrike Michel-Schur, Michael Ottl, Gabriele Denner und Armin Bettinger mit nach Berlin gekommen.

Als Provinzmetropole hat man andere Chancen als in der Großstadt, aber auch Nachteile. So genügt es oft ein paar Plakate zu drucken und die (!) Tageszeitung über geplante Veranstaltungen zu informieren. In Berlin müsste man Tausende von Plakaten drucken und selbst dann: Würden sie überhaupt jemandem auffallen? Kann man beim "Tagesspiegel" einfach mal anrufen: Wir hätten da eine interessante Veranstaltung - könnten Sie das auf Seite drei bringen?

Wie erfahren die Menschen hier und dort vom Leben der (Hochschul-) Gemeinde? Muss man mehr auf die sozialen Medien setzen: Facebook, Twitter, Instagram, Newsletter, Whatsapp oder Homepage? Aber zumindest in der Seniorenrunde in St. Canisius haben nur 2 von 20 Senioren einen PC! Also doch beim guten alten Printpfarrbrief bleiben? Aber erreicht man so neue Schichten? Am besten wäre natürlich alle Kanäle gleichzeitig zu nutzen, aber wer soll das machen, vor allem, wenn - wie in Canisius - Hauptamtliche Mangelware sind? Und last but not least: Woher soll das Geld kommen?

Ein Problem in beiden Städten ist die "Ungleichzeitigkeit" des Religiösen. Es gibt extrem liberale Kreise und sehr konservative Hardliner. Versucht man diesen entgegen zu kommen, verliert man jene - und umgekehrt. Oft ist aber das Häufchen der Christen so zusammengeschmolzen, dass ein knallhartes Setzen, sei es auf die einen oder die anderen, wenig bringt. Studierende aus anderen Ländern - oder Migranten in der Großstadt - bringen zusätzlich ganz unterschiedliche Formen von Katholizismus mit - nicht leicht hier einen gangbaren Weg für alle oder doch eine Mehrheit zu finden.

Als Chance wurde in Charlottenburg auf jeden Fall das Kirchengebäude gesehen. "Damit muss man was machen!" Man muss die sich bietenden Chancen - hier etwa das Kirchengebäude - nutzen um Schwächen - wie etwa die Not an Hauptamtlichen - zu kompensieren. In Würzburg ist es eher anders rum ...

Um solche und ähnliche Fragen soll sich auch eine noch zu bildende Denkfabrik in Sachen Öffentlichkeit an St. Canisius kümmern: Welche Leute erreichen wir mit welchen Medien? Wen wollen wir noch erreichen? Ist der Pfarrbrief noch zeitgemäß oder ist gar Facebook schon ein Auslaufmodell? Läuft es letztlich doch auf Mund-zu-Mund-Propaganda hinaus und die Medien sind gar nicht so wichtig? Spannende Fragen! Falls Sie Lust haben, mitzudenken melden Sie sich!