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Als die Kirche auf den Hund gekommen war ... 

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Das (fast) vergessene Patrozinium: Petrus Canisius

27. April 2018

Am 27. April feiert die Kirche im Allgemeinen und der Jesuitenorden in Deutschland im Besonderen den Hl. Petrus Canisius. Unsere Kirche ist ihm sogar geweiht, deshalb feiert unsere Gemeinde heute (eigentlich) Patrozinium. Wer war dieser Mann? Alles begann damit: Die Kirche war auf den Hund gekommen...

1. Petrus Canisius, der erste deutsche Jesuit
Peter Hondt (das heißt "Hund" oder lateinisch "Canis") wurde 1521 in Nimwegen geboren, das heute zu Holland, damals aber zu Deutschland gehörte. Eigentlich sollte er nach den Vorstellungen seines Vaters ein Jurist werden. Außerdem wartete bereits ein nettes Mädchen auf ihn, aber er beschloss, nicht Jurist, sondern Jesuit zu werden, ging nach Köln und studierte Philosophie und Theologie. Er sollte ein Meister darin werden, komplizierte Dinge mit einfachen Worten einfachen Menschen zu erklären. Und diese Fähigkeit war zu seiner Zeit auch gefragter denn je! Diese Fähigkeit wäre wohl auch heute in der Kirche gefragt!

2. Petrus Canisius, der zweite Apostel Deutschlands
Petrus Canisius lebte und wirkte in Deutschland zur Zeit der Reformation. Ganz Deutschland schien evangelisch zu werden, sogar der Erzbischof von Köln spielte mit dem Gedanken, Protestant zu werden. Katholiken fragten sich: Was kann man dagegen unternehmen? Mit Jammern und Klagen allein ist es schließlich nicht getan. Aber was tun?  Der Ordensgründer Ignatius sandte seinen besten Mann von Rom nach Deutschland: Petrus Canisius! Er war der achte Jesuit überhaupt, der Agent 008 also, aber beileibe kein 08/15 Mann! Petrus tat alles, um die Priester besser auszubilden. Er gründete dazu sogar ein eigenes Priesterseminar - das berühmte Germanicum in Rom, eine der berühmtesten Kaderschmieden in Sachen Priesternachwuchs. Er predigte, wo immer sich Gelegenheit bot, redete denen, die damals in Kirche und Staat was zu sagen, hatten eifrig ins Gewissen. Wie sein Gegenspieler Luther wusste er: Man muss dem Volk auf's Maul schauen, aber ihm nicht nach dem Mund reden ...

3. Petrus Canisius, der Katechet
Petrus wusste: Die Mächtigen bei der Stange halten, die Priester ausbilden - das war eine Sache! Aber wenn man dem Glaubensverlust schon im damaligen Deutschland wirklich was entgegensetzen wollte, dann muss man auch den einfachen Leute von der Straße den Glauben erklären. Und zwar nicht mit kompliziertem Kirchenchinesisch, sondern mit verständlichen, aber klaren Worten. Und so schrieb Petrus gleich drei Katechismen: einen theologisch anspruchsvollen für die angehenden Pfarrer, einen mittleren für die Studenten und einen ganz einfachen und kleinen für die normalen und einfachen Gläubigen. Sein legendärer Deutscher Katechismus war Jahrhunderte lang in Gebrauch und unsere Großeltern dürften mit ihm noch Erstkommunionunterricht gemacht haben.

Als er gestorben war, so wird berichtet, bereitete sich in der Kapelle in der er aufgebahrt wurde, ein Wohlgeruch aus. Petrus Canisius hatte mit seinem Leben dazu beigetragen, Christi Wohlgeruch zu verbreiten. Solche Leute könnte die katholische Kirche auch heute gut brauchen ...