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Pfingstkirche St. Canisius? 

Fotos: St. Canisius

Lebendiger Glaube und ein quietschender Geist in der Gemeinde - boomende Pfingstkirchen weltweit

20. Mai 2018

Der Hl. Geist war deutlich zu spüren. Es ging lebendig zu in St. Canisius zu Pfingsten, nach Weihnachten und Ostern das drittwichtigste Fest im Kirchenjahr. St. Canisius liegt damit wohl eher nicht im Trend der Deutschen. Denn immer weniger Deutsche können mit Pfingsten etwas anfangen, gleichzeitig ist das Fest für immer mehr Christen immer wichtiger geworden: Die Pfingstkirchen wachsen weltweit am stärksten!

Aber man darf sich nicht täuschen: Auch in der katholischen Kirche weht der Heilige Geist, sei es im päpstlichen in Rom, sei es im säkularen Berlin. Das war auch in den Gottesdiensten in St. Canisius zu Pfingsten spürbar.

Die Vorabendmesse war allerdings nur spärlich besetzt. Viele Berlinerinnen und Berliner scheinen das prächtige Wetter für einen Ausflug genutzt  zu haben. Aber man darf sich auch nicht täuschen lassen: Große Zahlen sind nicht alles! Der Heilige Geist ist nicht nur da, wo die Massen sind.

Dafür waren beide Vormittagsgottesdienste am Pfingstsonntag hervorragend besucht. Im Hochamt um 11 Uhr waren im sehr gut besetzten Kirchenschiff viele neue, unbekannte Gesichter zu sehen. Offensichtlich haben viele Nichtberliner über das lange Wochenende Verwandte und Freunden in der Hauptstadt  besucht und diese nach St. Canisius begleitet.

Wie Glaube lebendig wird

Beim Familiengottesdienst waren sehr viele Kinder da. P. Kraemer SJ hatte besonders die EKO-Kinder und deren Eltern angeschrieben. Noch einmal war vorne das wunderschöne Bild mit den Gesichtern der 35 Erstkommunionkinder zu sehen. Entsprechend lebhaft und lebendig ging es im Gottesdienst zu - auch das kann eine Wirkung des Heiligen Geistes sein! Wie die Jünger versammelte
P. Kraemer die anwesenden Mädchen und Jungen der Erstkommunion vorne in einem Kreis um sich, um ihnen zu zeigen, was Pfingsten ist. Aus einem großen Licht in der Mitte des Kreises, Jesus, gingen viele Lichter hervor, zunächst im Kreis, dann verstreut in die Welt, um von Jesus zu erzählen und den christlichen Glauben zu verbreiten. Lebendige Kirche im besten Sinne.

Belebter Vorplatz
Lebendig ging es auch nach dem Gottesdienst in St. Canisius weiter. Viele Kinder und Erwachsene blieben noch lange zusammen, spielten auf dem Kirchplatz Wikingerschach oder Boule oder saßen bei einem Stück mitgebrachten Kuchen auf einer Bank in der Sonne saßen und sangen gemeinsam am Kirchturm zu Gitarrenmusik sangen.

Wenn es quietscht, ist der Hl. Geist vielleicht nahe
Das Hochamt begann mit einer technischen Panne, die freilich einige Gottesdienstbesucher für eine geplante Heilig Geist-Demonstration des Pfarrers gehalten haben. Plötzlich gab es eine Rückkopplung. Was war das? Was nun? Kommt der Hl. Geist jetzt in Form von einem Quietschen statt der bekannten Feuerzungen? Ob es nun ein eingeschaltetes Handy oder sonst was war - der Zwischenfall war ein Testfall für die Spontanität der Gemeinde und erregte allgemeine Heiterkeit. Der Feier des Gottesdienstes tat der Zwischenfall keinen Abbruch.

Gottesdienst der syrischen Gemeinde

Nach der St. Canisius-Gemeinde feierte die syrisch-irakische Gemeinde ihren Gottesdienst in arabischer Sprache. Auch da könnte man fremde Sprachen hören und viele Nachfahren der in Apostelgeschichte 2 (der in der Pfingstlesung genannten Völker) waren im Kirchenschiff. Es gab eine  Liturgie mit farbenfrohen Gewändern und den exotischen Gesängen. Interessantes Detail: Die irakischen Messdiener ziehen die Ministrantengewänder ganz anders an. Dann gab es einen gemeinsamen Imbiss in den Gemeinderäumen.

Die meisten Mitglieder der jungen Gemeinde kommen aus dem Gebiet des Irak, praktizieren aber eine Liturgie in der neben Arabisch auch Syrisch gesprochen wird. Manche unserer ausländischen Freunde sprechen noch heute die Muttersprache Jesu (Aramäisch), könnten sich also mit Jesus unterhalten. Der für die hiesige Berliner Gemeinde zuständige Pfarrer studiert und promoviert in Österreich Patrologie und kommt einmal im Monat zum Gottesdienst. Aber unsere "Syrer" treffen sich dennoch jede Woche, sei es zum Beten oder zur Geselligkeit.

Abendmesse läutete Nacht der offenen Kirchen ein

Mit einer vergleichsweise normalen Messe am Abend endete der gottesdienstliche Reigen und es begann jetzt die Nacht der offenen Kirchen.

Pfingstkirchen boomen
Die sogenannten Pfingstkirchen gehören zum am schnellsten wachsenden Teil der Weltkirche. Jeder kennt die Bilder mit Christen, die mit erhobenen Händen und manchmal in unverständlichen Sprachen lallen oder singen. Auch in den großen Volkskirchen gibt es viele "Pfingstler" im Rahmen der Charismatischen Erneuerungsbewegung. Der hier bekannte P. Hubertus Tommek SJ ist einer der führenden Charismatiker auf katholischem Gebiet.

Die Pfingstkirchen boomen! Vor allem in Lateinamerika graben sie den Katholiken auf ihrem Stammkontinent regelrecht das Wasser ab. Man kennt auch die lebendigen Gottesdienste, insbesondere der Schwarzen aus den USA. Selbst bei Bischof Curry aus der Episcopal Church (= Anglikanische Kirche in den USA), der gestern Meghan & Harry die Hochzeitspredigt in London hielt, meint man den Geist regelrecht spüren zu können.

Fazit: Der Hl. Geist ist nicht nur bei den Pfingstkirchlern zu greifen, sondern auch in "normalen" Gottesdienste und in einer lebendigen Gemeinde.