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Die philosophische Predigt 

Paulus predigt auf dem Areopag in Athen und sucht das Gespräch mit den Philosophen (Apostelgeschichte Kap. 17)

Auftakt zum neuen Format in St. Canisius ist am 3. Februar.

14. Januar 2019

Das Christentum verliert in Westeuropa an Boden und an Mitgliedern, auch weil Glaube nicht mehr so einleuchtet wie früher. Dabei ist es gerade der christliche Glaube, der die intellektuelle Auseinandersetzung nicht zu scheuen braucht. Ein neues Format in St. Canisius möchte Glaube und kritisches Denken neu zusammenbringen: die philosophische Predigt.

Ab Februar 2019 soll die Messe am ersten Sonntagabend des Monats für die "philosophische Predigt" reserviert sein. Beide Wörter sind in einem weiteren Sinn gemeint. Anhand von aktuell diskutierten Philosophen, aber auch Politologen und Politikern, Psychologen, Religionswissenschaftler usw. sollen heiße Eisen, aber auch grundsätzliche Themen angesprochen werden. Auch klassische Fragen und harte Nüsse wie die Theodizeefrage (Wie kann Gott das Leid zulassen?) oder der Opferbegriff (Warum wozu wem opfern?) sollen ihren Platz haben.

Dabei dürfen die Prediger auch von den vorgesehenen Tageslesungen abweichen. Das Genus Predigt darf gedehnt werden - zeitlich (plus/minus 20 Minuten) und auch von der Form her. Allerdings bleibt die philosophische Predigt Teil einer ansonsten "normalen" Eucharistiefeier, die 60 bis 70 Minuten nicht überschreiten soll. Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, die lieber das klassische Messformat möchten, bitten wir um Rücksicht und darum ggf. an den entsprechenden Sonntagen auf einen der anderen drei Gottesdienste auszuweichen.

Nach dem Gottesdienst soll Gelegenheit sein, bei einem Getränk nach Jahreszeit über das Gehörte ins Gespräch zu kommen. Man soll den Prediger fragen können, aber auch mit anderen Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmern sich austauschen können.

In einer ersten Phase (bis zur Sommerpause) soll das Format getestet und ausgesteuert werden. Ab August soll dann ein Halbjahresprogramm erstellt werden, das Themen und Prediger ankündigt. Letztere sind (zunächst) vor allem Berliner Jesuiten. Es sollen aber auch andere Theologen und Philosophen i.o.g. Sinne angesprochen und gewonnen werden.

Den Anfang (3. Februar, 18 Uhr) macht P. Hösl SJ. Er setzt sich mit Thomas Bauer?s Büchlein ?Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt? aus dem Reclam-Verlag auseinander und versucht in Unbestimmtheit, Beliebigkeit, Verschwommenheit (auch!) eine Stärke der katholischen Kirche zu sehen, was u.a. am Beispiel Frauen und Ämter gezeigt werden soll.

Am 3. März folgt Frater Dag Heinrichowski SJ aus dem Canisiuskolleg. Er spricht über Albert Camus: Glück und die Absurdität der Welt. Beten, denken und diskutieren Sie mit - Ihre Meinung ist uns wichtig!