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Von Spiegeln und dem Kampf mit einer Lichtboa 

Fotos: St. Canisius

Premiere des Kunstprojekts "The/Life/of/Fine/Lines" auf dem Kirchvorplatz provozierte auch Fragen nach dem Sinn.

26. Juni 2018

Wind dehnt Linien - Geometrie des Lichts weit - die Stille verhallt - Mirrors floating up - Line Islands of Reflections - High Architecture: Mit diesen Angaben auf dem ausgeteilten Beiblatt versorgt sahen 50 Interessierte Niels Weijers Performance auf dem Kirchvorplatz zu. Geboten wurde ein bewegliches Spiegelkabinett, der Kampf mit einer Luftboa und absolute Stille.

Was soll das? Diese Frage war bei Niels Weijers Performance verständlich und nachvollziehbar, erfuhr aber keine Antwort. Etwa 50, meist junge Leute, wohl selber aus dem Kunstmilieu, waren zur Premiere von Niels Weijers Seminararbeit an der Ernst Busch Schauspielschule auf den Kirchvorplatz von St. Canisius gekommen. Als Performer machten mit: Charlotte Brohmeyer, Laura Giuntoli, Renen Itzahki, Magdalena Dzeco und Manuel Meza. Mentor war Mike O?Conner. Das Konzept und die Choreographie stammt natürlich von Niels Weijer.

Was gab es zu sehen?
Auf dem Boden lagen rechteckige Spiegelflächen, die die Performer meist sehr langsam aufhoben, aufstellten, balancieren ließen, trugen, niederlegten, sich mit ihnen räkelten und windeten, sie kippten und wippten, strampelten und hampelten, mit ihnen tanzten und von ihnen sich fast erdrücken ließen. Parallel dazu arbeitete sich ein Performer mit einem Luftschlauch ab, mit dem er wie mit einer Boa Constrictor kämpfte und sich auf dem Boden wälzte.
In den Spiegeln blitzen kurz Häuserfassaden, Bäume vom Lietzenseepark oder die Linien der Kirche auf.

Was gab es zu hören?

Nichts! Einfach gar nichts! Mit dem Eintrittsticket bekam jeder (der wollte) einen Kopfhörer, der den Lärm (fast) völlig draußen hielt. Es war somit mucksmäuschen still. Das schon allein ist eine eigene Erfahrung. Das einzige was man hören konnte, war der eigene Atem - und wenn man sich kratzte, erschrak man vor sich selber. Umso starrer guckte man auf die Performer mit ihrem Spiegelkabinett. Nach einer dreiviertel Stunde war es vorbei. Erste Zuschauer klatschten, andere hatten noch gar nicht wahrgenommen, dass das Stück zu Ende war. Aber das konnte man spätestens dann sehen, als die Performer und Niels Weijer sich vorne verbeugten.

Am Mittwoch - nach dem Deutschland WM-Spiel gibt es einen zweiten und letzten Auftritt, wieder um 21 Uhr. Kunstinteressierte sind herzlich willkommen, die Karten gibt es gratis an der Abendkasse.