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Stabwechsel beim JRS 

Fotos: St. Canisius

Gottesdienst und Festakt: P. Pfuff löst P. Pflüger ab.

12. Juni 2018 

Mit einem nachdenklichen Gottesdienst und einem herzlichen Festakt fand am Montag, 11. Juni, die Staffelübergabe beim Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) statt. Seit 2012 leitete P. Fridolin Pflüger SJ die Arbeit von Berlin aus. In seine Fußstapfen trat P. Claus Pfuff SJ, der nach seinem Tertiat in den USA aus dem Canisius Kolleg in die Canisius-Gemeinde umgezogen ist.

Der Gottesdienst wurde mit wuchtigen Stimmen des AKWABA-Gospelchors  eröffnet. Diese Damen brauchen keine Mikrofone! Fantastische Stimmen und rhythmische Bewegungen mit kleinen Perkussionsinstrumenten in den Händen. Ein Augen- und Ohrenschmaus gleichermaßen.

Gleichnis vom barmherzigen Samariter

Sr Regina Eikenberg moderierte den Gottesdienst. "Konzelebranten" waren der scheidende und der kommende JRS-Leiter. Letzterer trug das Evangelium vor. Natürlich ein typisches "Frido-Evangelium": Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37), dem gleichwohl P. Pflüger selber dann doch das eine oder andere interessante Detail entnahm, das man leicht überhört oder überliest. So Jesu Quintessenz am Schluss: "Ich bin der Nächste für alle, die meine Liebe brauchen!" In einer Zeit in der Hass-Speeches, die Gier und die Angst zu kurz zu kommen, zunehmen gilt es, Position für die Armen zu beziehen.

Gedanken für den Weg
"Was schätze ich an P. Pflüger und an P. Pfuff?" Dies konnten die Gottesdienstteilnehmer durch unterschiedlich farbige Karten aufschreiben. Diese Karten wurden den beiden dann mit auf den Weg gegeben. "Hoffentlich ist auch was Kritisches dabei, an dem man in der nächsten Zeit arbeiten kann", meinte Frido Pflüger zu den ihn überreichten Zetteln.

Mit mehreren weiteren Gesangseinlagen von AKWABA endete der schwungvolle Gottesdienst nach einer Stunde - zehn Minuten Pause für ein Glas Wasser!

Grußworte vom UNHCR

Dann ging es aber gleich weiter mit den Grußworten. Den Reigen eröffnete Dominik Bartsch vom UNHCR (früher sogar Schüler von P. Pflüger im Kolleg St. Blasien), der feststellte, dass es einen Unterschied zwischen Abschied und Abschiebung gibt. Frido Pflüger wird natürlich nicht nach Uganda abgeschoben, im Gegenteil wir hoffen, dass er bald und oft wieder zurückkommt. Hoffnungen, die sich Abgeschobene nicht machen dürfen. Und doch, so Dominik Bartsch, müssen auch Abschiebungen von Fall zu Fall sein. Die Rechtstaatlichkeit zeigt sich eher am Wie. Etwa wenn Menschen frühmorgens aus dem Bett geworfen und ins Flugzeug gesetzt werden oder Kinder aus ihren Schulklassen gerissen werden. Ist das würdig (vgl. Präambel des Grundgesetzes)? Sind die geplanten Ankerzentren würdig?

... vom EBO
Prälat Stefan Dybowski vom Erzbischöflichen Ordinariat, EBO, war der nächste Redner. "Woran erkennt man einen Jesuiten?", so der Prälat in seiner herzlichen und witzigen Rede. Es muss die Sprache Jesu sein, die ihn kennzeichnet. Dazu gehört unter anderem, dass man es versteht wie Jesus zu vielen Menschen zu sprechen und dennoch das Gefühl vermitteln, man rede zu jeden einzelnen ganz persönlich. Das wünsche er sowohl dem scheidenden P. Pflüger als auch dem kommenden P. Pfuff.

... Pastoralreferentin Lissy Eichert
Lissy Eichert, Pastoralreferentin in Neukölln und Wort-zum-Sonntagsprecherin, hatte einen Satz gefunden, in den sie ihre Erfahrungen mit Frido Pflüger packen konnte: "Die Begegnung mit dir bewegt!" Sie kann auf viele Begegnungen mit dem scheidenden JRS-Chef zurückblicken und bewundert dessen liebenswürdige Hartnäckigkeit: "Ja dann probier'n wir's halt!" Und oft genug, so Lissy Eichert, sollte Frido Recht behalten: "Wie gut, dass wir es probiert haben!"

... aus der Gemeinde
Regina Galecki, sprach für die Gemeinde St. Canisius. P. Pflüger war ein geschätzter Prediger in den Gottesdiensten. Er konnte klar sein, den Finger in die Wunde legen ohne den Zeigefinger zu erheben. Seine freundliche Nahbarkeit sei unter anderem auch Firmkandidaten zu Gute gekommen, bei denen er von seiner Arbeit mit den Flüchtlingen berichtete.

... und aus dem Orden
P. Martin Stark SJ, selber Frido Pflügers Vorgänger, vertrat als Sozius des Provinzials den Orden. Er dankte P. Pflüger und wünschte P. Pfuff alles Gute. Der Orden hat sich keine neuen Ziele gesetzt, aber die bisherigen leuchten neu auf: Flüchtlinge/Migranten und umfassende Bildung, das sind die Schwerpunkte, denen sich der Jesuitenorden weltweit widmen will.

Schließlich sprachen noch die Betroffenen selbst, P. Pflüger und P. Pfuff. Sie bedankten sich herzlich für die guten Worte und luden zum Büffet, das das Palottimobil wieder bereitet hatte. Es gab raffiniert gewürzte Gerichte, die Sehnsucht nach Afrika weckten, und gelöste Gespräche an den Bistrotischen. So mancher ehemaliger Mitarbeiter hatte es sich nicht nehmen lassen,
für P & P nach Berlin zu kommen!