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Aufarbeitung von Missbrauch 

Foto: Dr. Paulus Decker/pfarrbriefservice.de

Publicandum zur Studie zur Aufarbeitung von Missbrauch, 'MHG-Studie'

14. September 2018

Um das Thema "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" weiter angemessen aufarbeiten zu können, hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse am 25. September 2018 veröffentlicht werden. Leider ist diese Studie auf Grund von Indiskretionen vorab bekannt geworden. Unser Erzbischof Dr. Heiner Koch wendet sich in dieser Sache an das Bistum.

Liebe Schwestern und Brüder,

am Dienstag, dem 25. September, werden der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz von unabhängigen Wissenschaftlern in Fulda die Ergebnisse und Empfehlungen der sog. ?MHG-Studie? vorgestellt. Ein Konsortium von Wissenschaftlern hat von 2014 bis 2018 in sieben Teilprojekten den "sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige" im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz untersucht. Am selben Tag werden Kardinal Marx und Bischof Ackermann gemeinsam mit den Forschern die Studie auch der Presse vorstellen. Die Pressekonferenz am Dienstag, 13.15 Uhr, wird auch im Live-Stream auf katholisch.de und domradio.de übertragen.

Bischof Stephan Ackermann, der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der DBK, hält an diesem Vorhaben fest, auch wenn Einzelheiten aus der Studie bereits bekannt wurden. Direkt im Anschluss wird Generalvikar Pater Manfred Kollig die Ergebnisse für das Erzbistum Berlin der Presse bekannt geben, sie stehen dann auch direkt auf unserer Seite.

Ich weiß, dass die Berichterstattung über die Ergebnisse der Studie Anlass zu Unruhe und Ärgernis gibt, was auch Sie in Ihrer Umwelt zu spüren bekommen. Ich werbe dennoch um Verständnis, dass wir als Deutsche Bischöfe bei dem lang geplanten Termin der Veröffentlichung bleiben. Wir wollen uns bei der Vollversammlung die Ergebnisse umfassend präsentieren lassen und dann über weitere Konsequenzen für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle beraten. Auch wenn wir uns damit schwer tun. Wir wollen die Ergebnisse der Studie hören, denn sie werden uns helfen, uns der Verantwortung zu stellen, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen und nötige Veränderungen anzustoßen.

Gleichzeitig bitte ich Sie darum, wachsam zu bleiben. Missbrauch darf in unserer Kirche keinen Platz haben. Wenn Sie von Vorwürfen hören oder selbst betroffen sind oder waren, so wenden Sie sich an die Beauftragte für Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kleriker, Ordensangehörige oder andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst, Sigrid Richter-Unger. Ihre Kontaktdaten.

Ihr
Erzbischof Dr. Heiner Koch