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R.I.P. - Gedenken an die Verstorbenen 

Foto: St. Canisius

"Ich weiß, dass mein Erlöser lebt"

20. November 2018

Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst gedachte die Gemeinde St. Canisius am Sonntag der Verstorbenen der vergangenen zwölf Monate. Franz Arendt las deren Namen vor und für jeden und jede wurde ein Licht angezündet. Alexandra Boulanger, Marita Eley und Andreas Winkler sorgten für die Musik, unter anderem mit einem Lied aus der Dreigroschenoper.

Ehe das neue Kirchenjahr beginnt, gedachte unsere Gemeinde der Verstorbenen des vergangenen Jahres. Franz Arendt, der bei den meisten Trauerfeiern am Friedhof dabei gewesen war, las die Namen zu Beginn des Gottesdienstes vor, wozu die Messdiener jeweils ein Teelicht anzündeten und in die vom Hausmeister bereitgestellte Wand einstellten.

Inhaltlich erinnerte der Gottesdienst an das Lied der Seeräuber Jenny aus Bert Brechts Dreigroschenoper. Eine Dienstmagd in einem schäbigen Hotel träumt davon, in Wahrheit eine Piratenkapitänin zu sein. "Ein Schiff mit 8 Segeln und 50 Kanonen an Bord" - so der Refrain - würde eines Tages kommen und dann würde ihre wahre Identität endlich offenbar werden. Freilich ist das nur ein Traum - in Wirklichkeit wird Jenny auch heute noch Gläser spülen und Betten machen! Das Schiff existiert nur in ihrer Fantasie! Alexandra Boulanger sang Jenny's Lied, virtuos begleitet von Andreas Winkler am Klavier.

Ist der christliche Glaube auch nur eine Projektion, aus der Not geboren? Ein Traum, der einem hilft das Elend zu ertragen? Religionskritiker wie Karl Marx oder auch Bert Brecht sehen das so. Aber der christliche Glaube beruht nicht auf Halluzination, sondern auf Manifestation! "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt", so sang Alexandra Boulanger in ihrem zweiten Lied, diesmal von G.F. Händel in der Bearbeitung von W.A. Mozart, und drückte damit die zentrale Überzeugung des Neuen Testaments aus. Wer aus einem solchen Glauben heraus leben kann, der hat es auch nicht nötig am Ende zusehen zu wollen, dass die Feinde und die, die einem das Leben schwer gemacht haben, umgebracht werden.

Ob alle Gottesdienstbesucher diesen Glauben teilen? Wie dem auch sei! Jetzt waren alle, Gläubige und Zweifler, eingeladen für ihre Verstorbenen ein Licht anzuzünden und in die Lichterwand einzustellen! Eine Lichterwand der Hoffnung!

Herzlichen Dank allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung dieses besonderen Gottesdienstes mitgewirkt haben!