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Niemals geht man so ganz 

Abschied von Rosmarie Breidt

10. März

Am Freitagabend fand in St. Canisius ein Gottesdienst im Gedenken an die verstorbene Krankenschwester Rosmarie Breidt statt. Die Beerdigung hatte bereits am vergangen Montag in ihrer Heimat, dem Saarland, stattgefunden. Aber die vielen Gottesdienstbesucher belegten, dass Rosmarie Breidt auch in ihrer letzten Wahlheimat Berlin ihre Spuren hinterlassen hatte.

Der Werktagsgottesdienst war an diesem Freitag ungewöhnlich gut besucht. Grund war Rosmarie Breidt, die ein letztes Mal ihre Verwandten und Freunde zusammengerufen hat, um sich von ihnen zu verabschieden. Zwei ihrer Schwestern leben hier in Berlin und waren auch in ihren letzten Stunden am Bett auf der Intensivstation. Ein schönes Bild nebst Blumenstrauß erinnerte an Frau Breidt.

Die verstorbene passionierte Krankenschwester war dem legendären Arzt, Theologen und Nobelpreisträger Albert Schweizer einst nach Afrika gefolgt und hat ihr Leben in den Dienst der Krankenpflege gestellt. Bonn, Istanbul, die Schweiz und schließlich Berlin waren weitere Stationen ihres beruflichen Werdegangs.

Beim Trauergottesdienst für die katholische Christin Rosmarie waren auch viele Protestanten und Bekannte, die keiner Religion angehören, dabei und feierten mit. Als die kleinere Konfession ist es häufiger der Fall, dass viele Trauergäste mit dem katholischen Ritus zunächst nicht vertraut sind. Sie sollen sich aber eingeladen fühlen, freilich ohne Zwang. Die Rituale, Gebete, Lesungen, Gewänder oder der Weihrauch "sprechen" gerade auch zu Menschen, denen diese Tradition fremd ist. Und es wäre auch überhaupt nicht im Sinne von Rosmarie Breidt gewesen, anlässlich ihres Abschieds Gräben aufzureißen oder auch nur sichtbar zu machen.

Es wird eine immer wichtigere Aufgabe christlicher Pastoral werden, ihre Rituale so zu feiern, dass auch "religiös unmusikalische Menschen" (Jürgen Habermas) an ihnen partizipieren können, jenseits von vereinnahmender Inklusion, aber auch aussperrender Exklusion.