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Fotos: St. Canisius

Einsetzung des Abendmahls, Glaubenszeugnisse und Gedenken an Getsemani - "wachet und betet"

30. März 2015

Am Donnerstagabend feierten 15 Taufbewerberinnen und Taufbewerber mit ihren Verwandten und Freunden sowie einer großen Gemeinde inklusive Kirchenchor die Einsetzung des Abendmahls. Sechs der Taufbewerber stellten sich kurz vor, andere steuerten Fürbitten bei. Nach dem Gottesdienst wurde das Allerheiligste in die Marienkapelle übertragen und die Kirche fast völlig leer geräumt. Bis 23 Uhr konnten Beterinnen und Beter im Gedenken an Getsemani mit Jesus "wachen und beten".


Schon eine Stunde vor Gottesdienstbeginn waren viele Taufbewerberinnen und Taufbewerber mit ihren Freunden in der Kirche. Es gab letzte Proben und Absprachen. Pünktlich um 19 Uhr zogen dann die 15 Kandidaten für die Osternacht, ein Dutzend Messdiener und drei Priester ins vollbesetzte Kirchenschiff. Andreas Winkler spielte an der Orgel besonders wuchtig, aber nur bis zum Gloria - dann wurde nur noch a capella gesungen. Allerdings wartete der (inoffizielle) Kirchenchor, das Vokalensemble Charlottenburg mit drei Stücken auf: "Aus der Tiefe rufe ich zu dir", "Wer nur den lieben Gott lässt walten" und "Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer".

Das Leben teilen

Prof. Claudia Stockinger, neben P. Korditschke SJ die Kursleiterin, trug die AT-Lesung vor - die Anweisung an die Israeliten zum ersten Paschamahl, damals noch in Ägypten. Die zweite Lesung kam dann aus den Reihen der Taufbewerber: die Einsetzungsworte des Paulus aus dem 1. Korintherbrief Kapitel 11. Dort überliefert Paulus den Text der Einsetzungsworte Jesu, kritisiert aber im Kontext auch, dass sich das Ritual von der Lebenspraxis der Menschen gelöst hat, worauf auch P. Hösl SJ in der Predigt nach dem Evangelium - vorgetragen von P. Reinhold Wehner SJ - abhob. Es geht nicht darum, so die Ansprache, irgendwie Brot und Wein unter die Leute zu bringen, sondern zu teilen, und zwar nicht nur die eucharistischen Gaben, sondern das Leben.

Glaubenszeugnisse

Dann erzählten sechs Teilnehmende des Taufkurses, wie sie zum Glauben kamen. Jeder Weg war interessant, spannend und sehr persönlich. Ein Mann, der aus der früheren Sowjetunion stammt, eröffnete den Reigen. Er musste damals ein Referat über die Verfassung eines anderen Landes machen. Ihm wurde Deutschland zugeteilt und er blieb gleich an der Präambel des Grundgesetzes hängen: "In der Verantwortung vor Gott ..." Gott? Wer oder was ist das? - Mehrere Kursteilnehmende stammen aus Osterberlin und sind völlig ohne Religion aufgewachsen. Summa summarum: Es gibt  kein System und kein Schema F - jeder Weg zu Gott ist einzig! Die Gläubigen dankten jeder Vorstellung mit Applaus. Wer nicht mit einem Glaubenszeugnis vorkam, der las eine Fürbitte vor, die sich jetzt anschlossen.

Jetzt kam die Zeit der Gabenbereitung. Die dauerte naturgemäß am Gründonnerstag etwas länger, da die Kommunion unter beiderlei Gestalten gereicht wurde. Zu den Einsetzungsworten klapperten die Messdiener, da es ja bis zur Osternacht keine Glocken oder Schellen gibt. Die Kommunion dauerte etwas länger und fand in Stille statt - so viel Zeit muss und darf am Gründonnerstag aber auch sein.

Ölbergandachten

Unter den Strophen des "Gottheit tief verborgen" zog dann das Personal durch die Kirche, um mit der Schlussstrophe in der Marienkapelle zu landen, wo schon bald die Ölbergandachten beginnen sollten. Besonders in den ersten beiden Einheiten waren viele dageblieben, um Jesu Beten am Ölberg zu gedenken. Die letzte Einheit übernahm P. Kraemer SJ, der dann auch die Kirche abschloss.

Inzwischen hatten Freiwillige den Altarraum praktisch völlig leergeräumt. Wo sonst Sedilien, Kerzenständer oder Kredenztisch stehen ist jetzt nichts! Nur Raum. Das Licht wurde dunkler. Jetzt war Anbetungszeit ...