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Heiligabend in St. Canisius 

Foto: kk

Weihnachten und seine Botschaft: offene Türen, offene Herzen

30. Dezember 2018

Zu Weihnachten gab es in St. Canisius viele Gottesdienste für Jung und Alt. Trystan Stahl von den Erwachsenenmessdienern war (fast) überall dabei und schildert seine Sicht ...

Mit der Kinderchristmette um 16 Uhr begannen am Heiligabend die Weihnachtsfeierlichkeiten in St. Canisius. Mit beeindruckendem Einsatz und Freude führten die Kinder der Gemeinde den zahlreichen Besuchern ihr Krippenspiel vor und wurden dabei musikalisch und liturgisch durch P. Kraemer SJ und zwanzig Ministranten begleitet.

Traditionell wird in St. Canisius die Christmette um 22.30 Uhr gefeiert. In den vergangenen Jahren war die Messe in der Heiligen Nacht so gut besucht, dass - trotz aller Freude ob der zahlreichen Besucher - in der übervollen Kirche ersthafte Bedenken um die Sicherheit aller Teilnehmer bestanden. Auf der anderen Seite gibt es Gemeindemitglieder und Gäste, denen die Familienmesse zu wuselig und die Christmette um 22.30 Uhr zu spät ist. Aus diesen Gründen wurde erstmalig eine weitere Messe um 18 Uhr angeboten. Und tatsächlich: Alle drei Messen waren sehr gut besucht, aber so verteilt, dass Besucher und Zelebranten beruhigt das Weihnachtsfest begehen konnten.

Der Pfarrgemeinderat hatte für die Eröffnung der Christmette um 22.30 Uhr ein besonderes Lichtspiel vorbereitet. Der am angestrahlten Golden Field im Licht geborene Christus wanderte die Wand entlang zur Geburtskrippe, begleitet durch literarische Impulse, die uns auffordern, uns auf den Weg zu machen, das Licht zu entdecken.

In seiner Predigt schilderte P. Hösl SJ die Pleiten, Pech und Pannen des Hoteliers von Bethlehem, der nicht erkannte, wer in seinem Haus um Obdach bat und den er leichtfertig die Tür hinauswies. Es ist ein kleiner Junge mit Namen Howard, der uns den eigentlichen Irrtum des Hoteliers verdeutlicht. In einem Krippenspiel in den USA hatte Howard die Rolle des Hoteliers von Bethlehem und die vermeintlich einfache Aufgabe auf die Bitte um Einlass zu antworten: Bedaure, wir haben kein Zimmer mehr frei. Und als die Aufführung kam und Howard mit seinem Satz an der Reihe war sagte er: "Bedaure, wir haben kein Zimmer mehr frei: Aber Du kannst meines haben."

Howard hatte das Krippenspiel nur vermeintlich ruiniert. Der so einfache Satz "Du kannst meines haben" fordert uns auf, unsere Türen für Fremde auch im Heute zu öffnen. Wir wissen nie, welche Chance wir sonst vielleicht versäumen.

Unsere Gedanken und Wünsche gelten an diesem Tag der syrisch-katholischen Exilgemeinde in St. Canisius - und mit ihr den christlichen Minderheiten im Nahen Osten - die um 20 Uhr ihre Christmette im liturgisch sehr beeindruckendem Antiochenischen Ritus auf Aramäisch, der Sprache Jesu, feierte und doch fern von ihrer Heimat in Syrien und Irak ist.

Ein besonderer Dank gilt Andreas Winkler für seinen musikalischen Einsatz während der Messen an der Orgel und allen weiteren zahlreichen Helferinnen und Helfern!