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Neue Reihe: Who is who in St. Canisius?  

Foto: Peter Weidemann/pfarrbriefservice.de

Zum Auftakt: Bund evangelisch-katholische Einheit e.V. und die Jakobusbrunderschaft

25. April 2018

St. Canisius, das ist zu allererst einmal unsere Gemeinde. Und die Jesuiten natürlich. Aber in St. Canisius haben auch noch andere Gruppen eine Bleibe und vielleicht sogar eine Heimat gefunden. Wir stellen diese Gruppen, die meist offen sind für neue Interessierte, in einer neuen Reihe vor. Den Auftakt macht der Bund evangelisch-katholische Einheit e.V./Jakobusbruderschaft. Wer ist das eigentlich? Und was macht die Gruppe?

Sie sind seit gut zehn Jahren in St. Canisius ansässig: der Bund evangelisch-katholische Einheit e.V. und die Jakobusbruderschaft. Seit 1954 hat sich in Sachen Ökumene vieles zum positiven gewendet. Dass es aber auch Rückschläge geben kann, zeigt die aktuelle Intervention sieben deutscher Bischöfe in Rom gegen Liberalisierungsbestrebungen der (restlichen) deutschen Bischofskonferenz. Jörg Hagen stellt den Bund kurz vor.

Jörg Hagen ist in St. Ludwig groß geworden, aber er ist evangelisch. Genauer:  evangelisch-reformiert (uniert). Dennoch hat ihn das Katholische immer fasziniert. Auslöser war ausgerechnet die stockkatholische Oberpfalz mit der schönen Kirche in Waldsassen und dem Kult um Therese von Konnersreuth. Dennoch ist und bleibt er evangelisch. Sein Anliegen: Man muss unterscheiden: Jesus und "Beigepacktes" - auf ersteren kommt es letztlich an!

Entwicklung des Bundes
Seit geraumer Zeit koordiniert er den Bund für evangelisch-katholische Einheit e.V. und die ihr entspringende kleine Jakobusbruderschaft. Leider scheinen die Zeiten mit den großen Zahlen in immer größere Ferne zu rücken. Bestand der hiesige Bund früher aus 60 bis 100 Leuten, so treffen sich heute gerade mal 20 und zudem eher ältere Semester. Früher war man auch auf Kirchentagen vertreten und es gab eine richtige bundesdeutsche Zentrale in Dalherda (Grenzgebiet Hessen/Thüringen). Aber man musste das Haus mit den vielen Erinnerungen vor zehn Jahren verkaufen. Von katholischer Seite war lange Jahre P. Heribert Skirde SJ in Berlin mit dabei. Die Mitglieder erinnern sich an viele schöne Fahrten, unter anderem nach Rom, Spanien und St. Petersburg. Aber auch das Reisen musste die Gemeinschaft schon länger einstellen.

Abwechslungsreiche Referate

Dennoch: Der hiesige Bund hält sich tapfer. In etwa vierzehntägigen Abständen treffen sich die Mitglieder im zweiten Obergeschoss unserer Kirche, wozu regelmäßig Referenten gewonnen werden konnten. Es gibt ein Frühjahrs- und Herbstprogramm, jeweils mit circa sechs Veranstaltungen.
Die letzten Treffen hatten Titel wie: "Wie bereiten sich orthodoxe Christen auf die Fasten- und Osterzeit vor?" (23.2.2018) oder "Die Hochkirchliche Liturgie und wie es dazu kam" (23.3.2018) oder beim nächsten Treffen (Freitag, 27.4.2018): "Die Stiftshütte (2 Mose 25,8) - Geschichte und Bedeutung".

Ablauf der Treffen
Die Treffen beginnen jeweils um 15 Uhr mit einem Kaffee und Kuchen. Alle dürfen kommen! Dann folgt ein Gebet und - gut protestantisch - die Losung des Tages. Manchmal, wenn Herr Börner da ist, wird ein Lied gespielt oder gesungen. Dann hat der Referent für gut eine halbe Stunde das Wort. Nach einer Diskussion beschließt ein Abschlusssegen die Veranstaltungen.

Der Bund für evangelisch-katholische Einheit e.V. ist eine evangelische Einrichtung, die in streng konfessionalistischen Zeiten schon auf Katholiken zugegangen ist. Offensichtlich - das sieht auch Jörg Hagen so - ist die große Zeit vorbei. "Die Jugend hat ganz andere Themen", so sein Urteil. Es klingt ein bisschen Traurigkeit mit. Aber der Bund hat - auch in St. Canisius - über viele Jahre vieles bewegt und die Ökumene vor Ort gestaltet. Da darf man dann schon etwas kürzer treten. Und solange sie können werden sie hier bleiben. Und wer weiß: Vielleicht schaut der eine oder die andere ja doch noch mal bei ihnen vorbei?