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Wo Glauben Raum gewinnt - ein Workshop 

Bild: Erzbistum Berlin

Infos, Austausch und viele offene Fragen

21. Februar 2018

Das Schlagwort vom "Pastoralen Raum" geistert durch das katholische Berlin und hat inzwischen auch schon erste Formen angenommen. So startet St. Canisius in diesem Jahr in die dreijährige Entwicklungsphase mit den Gemeinden Heilig Geist und St. Karl Borromäus. Über den derzeitigen Stand der Entwicklungen informierte ein Workshop in der katholischen Akademie. Was kommt auf uns zu?

Sinkende Priester, aber auch Gläubigenzahlen zwingen nicht nur die Verantwortlichen im EBO nachzudenken, wie Kräfte (und Finanzen) gebündelt werden können, ohne die Pastoral aus dem Blickfeld zu verlieren.  Auch andere Bistümer gehen diesen Schritt. Der Workshop sollte Infos geben, aber auch die Möglichkeit bieten, Fragen loszuwerden und mit den Leitern anderer Gemeinden ins Gespräch zu kommen. Von Seiten des EBO beziehungsweise der Stabstelle waren neben anderen Prälat Dr. Stefan Dybowski, Christopher Maaß, Markus Papenfuß und Margarete Kümpel präsent.

In einem ersten Teil wurden vier zentrale Begriffe näher erläutert, die  für die pastoralen Räume von Bedeutung sind:

  • Communio: Beziehungen, seien sie nun nach innen gerichtet (etwa zwischen Liturgie und Diakonie oder in Sachen Verkündigung) oder nach außen (zum Beispiel zur Ökumene, zur Mission oder in die Politik hinein)

  •        Partizipation: Betonung darauf, nicht in das übliche Schubladendenken verfallen zu wollen (Oben ? Unten, Priester, zum Beispiel die bestimmen - Laien, die gehorchen)

  •          Charisma und Ehrenamt: Diskussion bewegt sich im Spannungsfeld, dass Gemeinden einerseits beklagen, zu wenige Leute für die gemeindlichen Aufgaben zu haben, und es andererseits in Deutschland ein riesiges ehrenamtliches Engagement gibt: demnach wollen sich Leute engagieren! Wie kann Kirche mehr Ehrenamtliche gewinnen? Und wenn ja - wofür?

  •        Team: Anders als die anderen Begriffe handelt es sich hier um keinen klassisch kirchlichen Begriff. Wichtig sei - so die Veranstalter - dass das Team eine Aufgabe hat und sieht. Es geht nicht darum irgendwelche Leute zusammen zu werfen und ihnen zu sagen: Ihr seid jetzt ein Team!

Austausch im Pastoralen Raum

In einem zweiten Schritt ging es dann in die Pastoralen Räume: P. Hösl SJ tauschte sich mit P. Gerald Tanye SVD (Heilig Geist), P. Maximilian Segener SDS und P. Bernd Dangelmeyer SDS (St. Karl Borromäus) aus.

Die Vertreter der Gemeinden sind sich einig, dass in den kommenden drei Jahren der Entwicklungsphase in aller Ruhe sondiert werden soll, wie man zukünftig vorangehen will. Zunächst wollen sich alle Beteiligten ein Bild vom Gemeindeleben der jeweils anderen machen: Was läuft bei den Nachbarn? Wo gibt es Ähnlichkeiten und Unterschiede? Über welche Haupt- und Ehrenamtlichen verfügt man? Welche Eigenheiten müssen jeweils berücksichtigt werden? Die Geistlichen berichteten sich gegenseitig,  wie was in der eigenen Gemeinde läuft: Wie viele Erstkommunionkinder gibt es? Wann treffen sie sich (unter der Woche oder gebündelt an Samstagen)? Wie alt sind die Firmkandidaten? Welche ethnischen Minderheiten gibt es in der Gemeinde? Wie viele Kitas, Schulen oder Altenheime gibt es auf dem Pfarrgebiet?

Die Pfarrer haben schon mal ein gemeinsames Mittagessen vereinbart. Und einen Termin, an dem sich gewählte Vertreter der drei Gemeinden treffen wollen, gibt es auch schon. Wichtig: Bei allen Beteiligten scheint die Chemie zu stimmen! Wichtig ist: Alle drei Ordensgemeinden wollen ihr jeweiliges Ordensprofil erhalten.

Noch einiges offen

In einem weiteren Workshop-Teil gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Etwa wie es fortan mit den Gremien sein wird? Hier gab es von der Leitung die Auskunft, dass in der Übergangsphase mit einem Mischmodell teils gewählter, teils ernannter Räte gearbeitet werden soll, später dann freilich Wahlen für alle angestrebt werden. Für erste Erfahrungen sei es noch zu früh, so die Antwort auf eine diesbezügliche Frage. Selbst die, die schon am längsten den Fusionsweg gehen (Tiergarten/Wedding), zögern noch mit einem Zwischenresümee. Immerhin: Hilfreich sei im Prozess nicht das Einklagen eigener Rechte oder gar Maximalforderungen als vielmehr die Frage an sich selbst: Wo und wie muss ich mich bewegen, damit eine Lösung möglich wird?

Vom Bistum forderte ein Pfarrer eine (!) Vision. Eine, nicht zwei. Denn zwei Visionen bedeutet Division. Diese Vision versuchte einer vom Bistumsteam dann auch knapp zu skizzieren: Es geht letztlich darum, Menschen mit Jesus Christus in Kontakt zu bringen. Dies ist das Ziel, dem sich Strukturfragen unterordnen sollten.

Das Treffen endete mit einer kleinen Auswertung des Tages und einem Abendessen-to-go. Die moderne Esskultur hat also auch die katholischen Bildungshäuser erreicht ...