Logo St.Canisius Berlin
WillkommenGemeindeGottesdiensteKirchbauKitaKontakt

Goldenes Feld 

Goldene Flächen finden sich in der mittelalterlichen Buchmalerei oder in den Ikonen der Ostkirchen. Diese Bilder zeigen mit dem Goldgrund etwas Überirdisches, eine Art verdichtetes Sonnenlicht. Es soll Widerschein, Reflektionen des Heiligen zeigen, was über unser Welt hinausgeht. Auch die Erzählung von der Verwandlung Jesu auf dem Berg deutet dies an: lichtdurchflutet, hellglänzend, sonnenklar.

Der Künstler Winfried Muthesius aus Berlin begibt sich mit dem Altarbild GOLDEN FIELD bewußt in die Tradition der religiösen Malerei. In der Mosaikkunst und der mittelalterlichen Malerei hebt der Goldgrund die Figuren und Geschehnisse in eine entrückte, übernatürliche Sphäre. Weil die Wirkung des Goldglanzes immer wieder für die Darstellung des Übersinnlichen, des Ungreifbaren und als Verweis auf Göttliches verwendet worden ist, sind die Assoziationen der Betrachter gelenkt.

Winfried Muthesius hat zum ökumenischen Kirchentag im Jahr 2003 in 14 U- und S-Bahnhöfen Berlins GOLDEN FIELDS an den Wänden und Tragstützen angebracht. Es sind keine aufwändigen Installationen, sondern unerwartete, stille Interventionen im öffentlichen Raum. Denn im Einfachsten, im Erbärmlichsten, an völlig unbedeutenden Orten des Alltags kann Gott begegnen. Wie Josepf Beuys es einmal ausdrückte: "Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt."

Auszüge aus einem Aufsatz von Thomas Sternberg, Münster