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Madonna auf der Mondsichel Bildstatue 

1943 hat P. Paul Gocke SJ, Kuratus von St. Canisius, die Bildstatue der Mondsichel­madonna anfertigen lassen.

Der Künstler Otto Moroder (signiert am Sockelbrett) aus Mayrhofen, Tirol, hat unsere Figur im Krieg aus Lindenholz geschnitzt. Die Statue ist nach einem Gnadenbild von Bruno Tschoetschl entstanden, das in dem Jesuiteninternat (Spittel) in Breslau hing und im Krieg zerstört wurde.

Die Marienstatue wurde im April 1943 von Frau Gertrud Woyciechowski (1891-1979), Neue Kantstr. 26, im D-Zug aus Österreich nach Berlin gebracht. Bei den Maiandachten dieses Kriegsjahres stand sie in der Kirche an der Witzlebenstraße 27-29. Wegen der ständigen Bombenangriffe in Berlin wird die Madonna bald ausgelagert und übersteht so die Zerstörung der Notkirche am 16. Dezember 1943.

Nach dem Krieg wird die Statue in der Saalkirche von St. Canisius im Kath. Frauenbundhaus aufgestellt. Als im Jahr 1955 die Pfarrkirche des Architekten R. Hofbauer eingeweiht wird, wird die Madonnenstatue von P. Gocke rechts vor dem Altarraum aufgestellt.

1977 erwirbt P. Hans-Georg Lachmund eine Muttergottesplastik mit Jesuskind von der Frankfurter Künstlerin Franziska Lenz-Gerhartz. Dieses Relief wird beim Brand der St. Canisiuskirche im Jahr 1995 zerstört.

Die Mondsichelmadonna hat dann eine wechselhafte Geschichte. P. Claus Hoffmann holte sie zuerst  in die St. Joseph Church nach Gatow. Vor dem Weggang der Alliierten sorgte Herr H. Peter, dass  sie in die Kirche St. Sebastian zu Pfarrer Schmidt kam. Von Herrn Peter nahm Franz Arendt die Statue in Verwahrung, bis sie im Jahr 2002 nach einer gründlichen Restaurierung durch Frau Grit Jehmlich, Potsdam, in der neuen Marienkapelle ihren Platz fand.

Entstanden ist die Holzskulptur mit in der Hauptsache zweifarbiger Fassung. Dabei zieht sich der dunkle, rötliche Ton der Weltkugel, auf der die Madonna steht. In Form von lasierenden Schatten in die hellbeige Fassung der Figur hinein und verstärkt damit die plastische Wirkung der ausgeprägten Faltenpartien. Die Gestaltung von Gewändern und Kopftuch erinnert entfernt an mittelalterliche Vorbilder; auch an den Typus der Schutzmantelmadonna mag der Künstler gedacht  haben. Die trotz ihrer bewegten Gewandgestaltung insgesamt ruhige und hoheitsvolle Ausstrahlung der Madonna auf der Mondsichel und ihre dezente, die Bildhauerarbeit unterstützende Farbfassung  machen sie zu einem schönen Beispiel der religiösen Kunst der 1940er Jahre.