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Marienkapelle

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Nachrichten ... aus der Gemeinde und Pfarrfamilie 

Liebe Pfarrgemeinde,
liebe Leserinnen und Leser,

Erzbischof Fulton Sheen erzählte einmal, dass er als Kind immer Lebertran essen musste. Er mochte das Zeug nicht, es ekelte ihn an. Aber seine Eltern und Großeltern bestanden darauf! Warum, das verstand er nicht. Wozu brauchte er Omega-3-Fettsäuren oder hohe Mengen an Vitamin A und D? Sie schafften es nicht, ihm zu vermitteln, warum es gut ist, Lebertran zu schlucken. Schließlich wusste die Oma eine Lösung. Sie schluckte das Fischöl selbst und sagte: "Schau, es ist ganz leicht!" Was Oma konnte, das konnte er auch! Alle Argumente waren an dem kleinen Fulton abgeprallt. Was ihn überzeugt hatte, war das gute Beispiel der Oma.
Die Glaubwürdigkeit Jesu lag ebenfalls darin begründet, dass er "seine eigene Medizin nahm." Er forderte die Menschen auf, das Kreuz auf sich zu nehmen - und er nahm es auf sich! Er mutet uns nicht den bitteren Kelch zu - er trinkt ihn selbst. Jesus ist ganz Mensch geworden - ohne göttliche  Privilegien in Anspruch zu nehmen. Das zeigt sich auch bei seiner Taufe: Der Täufer Johannes möchte einschreiten, als Jesus kommt: "Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?" Jesus antwortet: "Lass es nur zu. Denn nur so können wir die Gerechtigkeit Gottes ganz erfüllen." 
Es reicht nicht, dass wir unseren Mitmenschen Tipps und Ratschläge geben. "Ratschläge sind auch Schläge", weiß der Volksmund. Wir müssen die Medizin, die wir anderen verabreichen, selber einnehmen. Wir müssen den Glauben, den wir bei anderen wecken wollen, selber leben. So wie Jesus es uns vorgemacht hat.

P. Manfred Hösl SJ    
Pfarrer