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Nachrichten ... aus der Gemeinde und Pfarrfamilie 

Liebe Pfarrgemeinde,
liebe Leserinnen und Leser,

vom Sprachgenie Kaiser Friedrich aus dem 13. Jahrhundert erzählt man sich, dass er ein makaberes Experiment durchführen ließ. Er wollte erforschen, ob es eine menschliche Ursprache gibt. Sein Gedanke: Wenn man Kinder isoliert und ohne Ansprache aufwachsen ließe, dann müssten diese Kinder die menschliche Ursprache sprechen. Er arrangierte ein entsprechendes Experiment, das freilich scheiterte: Alle Kinder starben!

Das Sprechen gehört zum Menschsein. Ohne Ansprache verkümmert der Mensch! Dabei geht es um viel mehr als um Phonetik, denn natürlich können auch taubstumme Menschen (im weiteren Sinn) sprechen.
Das Sprachvermögen ist eine Anlage, es ist prinzipiell da, muss aber gleichzeitig erst noch entwickelt werden, ähnlich wie das Gewissen oder der Glaube. Die Sprache ist ein Geschenk, das wir von Gott empfangen - aber wir müssen es auch auspacken!

Dies gilt auch für das Sprechen mit Gott, das Beten. Wie das Sprechen kann und muss man beten lernen. Auch hier wird man mit einem Lallen anfangen: einem Kindergebet, dem ersten Vater unser, einem ersten frei formulierten Gebet vor einer Mathematik-prüfung ...

Niemand kritisiert ein lallendes kleines Kind in der Wiege und sagt: "Jetzt sprich doch mal richtig Deutsch!" Im Gegenteil: Man freut sich über jeden Laut und grübelt, was das Kleine gesagt haben könnte! Beten ist natürlich. Man kann es lernen. Gott freut sich über jedes Gebet so wie Eltern über jeden Pieps ihres Kindes. Machen Sie IHM also die Freude und reden Sie mit IHM ...


P. Manfred Hösl SJ    
Pfarrer